Bose-Bergmann-Kaserne

Genau wie die in direkter Nachbarschaft gelegene Bismarck Kaserne wurde auch die Bose-Bergmann-Kaserne Mitte der 1930er Jahre gebaut, da die heutige B207 damals als strategische Route galt. Auf den ehemaligen Feldern Wentorfer Bauern, die ihre Flächen an den Reichsfiskus verkauften (eher mussten), entstanden die Bose- und die Bergmann-Kaserne, die durch die zeschneidenden Straße mit dem heutigen Namen "Zwischen den Toren" getrennt waren. Die Trennung bestand nicht lange, so dass sich dann der komplette Komplex Bose-Bergmann-Kaserne nannte.

Nach der Fertigstellung der Kasernen im Jahre 1938 und vor Kriegsbeginn waren hier das Artillerieregiment 20 und die Artillerieersatzabteilung 225 der Wehrmacht stationiert.

Für den Bau der Wentorfer Kasernen sind folgende Mengen an Baugüter verarbeitet worden:

  • 16 Millionen Steine
  • 14.100 Tonnen Zement
  • 2830 Tonnen Eisen
  • 7.000 cm³ Holz

Wie auch die Bismarck-Kaserne wurde diese Kasernenanlage nach dem Kriege zur Unterbringung von Flüchtlingen aus den Ostgebieten sowie später für die Verbringung von Displaced Persons genutzt. 

Mit dem Einzug der Bundeswehr waren die folgenden Einheiten der Panzergrenadierbrigade 16 HERZOGTUM LAUENBURG hier stationiert: Stab / Stabskp PzGrenBrig 16, Nachschubkompanie 160, Jägerbataillon 66 (teilweise), Panzerartilleriebataillon 165, Panzergrenadierbataillon 161 und das Panzergrenadierbataillon 163. Weitere Divisions oder Sondertruppen waren in Wentorf nicht stationiert.

Als am 5. Mai 1994 der große Auflösungsappell auf dem Exerzierplatz der Kaserne stattfand, waren sich die Politiker Wentorf schon einig, dass hier ein neuer Stadtteil entstehen sollte. Doch die Planungen dazu haben über das Ende der Brigade, die endgültig zum 31.12.1994 aufgelöst wurde und einst die größte Brigade des Deutschen Heeres war, gedauert.

Im Jahre 1996 brannte die Sporthalle ab, der Feuerschein war weithin zu sehen. Auch immer weitere kleine Brände machten eine erneute Bewachung der Kaserne durch einen privaten Sicherheitsdienst erforderlich.

 

Vergleichsbild: Südtor

Am 24. September 1996 war es dann endlich soweit: mit einem großen Fest unter dem Motto "Auf's Gelände fertig los..." wurde der erste Einriss der Wand einer Panzerhalle als symbolischer Startschuss zur Konversion gestartet. Viele Wentorfer wohnten diesem Moment bei.

In den darauffolgenden zwei Jahren wurden nahezu alle Gebäude der Bose-Bergmann-Kaserne abgerissen, mit folgenden Ausnahmen: Feldwebelwohnheim, Block 4 (ehem. Stab PzGrenBtl 163/PzArtBtl 165), Halle 80 (Lager NSchKp 160) und Betriebsstofflager NSchKp 160. Im ehemaligen Bereich des Casinos hat im Jahre 2002 der Casinopark, Wentorfstte, eröffnet. Dahinter, in Richtung Börnsen, folgt Blockbau, Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser, sowie im ehemaligen technischen Bereich ein Gewerbegürtel, in dem unter anderem Wentorfer Unternehmen einen neuen Sitz aufgebaut haben. Im Jahre 2011 wurde dann auch das alte Betriebsstofflager der Naschubkompanie 160 abgerissen und Auto Vorbeck errichtete hier einen Ausstellungsplatz für seine Neu- und Gebrauchtwagen.

An die Kasernenzeit erinnern einige Straßennamen, wie beispielsweise "Zwischen den Toren" und "Am alten Exerzierplatz".

Im Bereich des ehemaligen Haupttores steht ein Stein, auf dem zu lesen ist "Was verloren war, darf nie verloren sein". Dies geht auf den Besuch von Kanzler Adenauer im Flüchtlingsdurchgangslager zurück und bezieht sich auf einen Stein, der einst in der Kaserne stand. Die originalen Lettern liegen im Gemeindearchiv.

Weitere Bilder der Bose-Bergmann-Kaserne finden Sie im Fotoalbum!