Chronik der Instandsetzungskompanie 160

Wappen InstKp 160
Wappen InstKp 160

Die Geschichte der Instandsetzungskompanie 160 begann mit dem Heeresmodell 2. Aus der Kampfgruppe A 6 entstand die Panzergrenadierbrigade 16 und mit ihr das Versorgungsbataillon 166. Die 3. Kompanie 166 sollte später die Instandsetzungskompanie 160 werden. Sowohl personeller als auch materieller Grundstock war die leichte Feldinstandsetzungskompanie 6. Sie wurde am 1.10.1956 in Schleswig neu aufgestellt. Am 1.4.1959 nahm die 3./166 unter Hauptmann Haumann in der Briesen-Kaserne in Flensburg-Weiche ihren Dienst auf. Um die Belange der Soldaten kümmerte sich der erste »Spieß«, Hauptfeldwebel Paruse.


Im November 1969 verlegte die Kompanie in ihren neuen Standort, die Sachsenwald-Kaserne in Elmenhorst/Lanken. Nicht nur die Unterkünfte boten mehr Bequemlichkeit, auch die neuen Werkhallen beinhalteten alles, was zur Erfüllung des Auftrages wichtig war. Während der militärische Teil des Umzuges problemlos vonstatten ging, gab es für die Soldaten, die Dienstwohnungen beziehen wollten, eine böse Überraschung. Die Neubauten in Schwarzenbek hatten unter anderem noch keine Türen; auch waren die Wege noch nicht befestigt. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten hatte man sich aber bald eingewöhnt und konnte am 15.11. Arbeitsbereitschaft melden. Die erste Übung im neuen Einsatzraum fuhr die 3./166 in der ersten Septemberwoche 1971. Während dieser Divisionsübung brachte sich ein Schütze durch allzu große Loyalität zu seinem Ausbilder ins Gerede. Er hatte den Befehl erhalten, jede Person mit Stahlhelm als Feind zu melden. Einen Trupp ließ er jedoch nach kurzer Diskussion passieren. Nachdem dieser dann verheerend im Hinterland gewütet hatte, war der Alarmposten, in dessen Bereich der Feind eingedrungen war, schnell gefunden. Auf die Frage, warum er keinen Alarm gegeben hatte, rechtfertigte sich der Soldat so: »Das konnte nicht der Feind gewesen sein. Der Gruppenführer war doch mein Ausbilder in der Grundausbildung. « Am 1.10.1972 endete die Geschichte des Versorgungsbataillons 166. Dieses Datum bedeutete aber nicht das Ende der 3./166. Die Kompanie wurde mit Wirkung von 1.10. in Instandsetzungskompanie 160 umbenannt. Diese Umbenennung brachte auch die Eigenständigkeit der Einheit und somit die direkte Unterstellung unter die Panzergrenadierbrigade 16 mit sich. In dem neugeschaffenen Verbandsabzeichen werden sowohl der neue Standort, das Herzogtum Lauenburg, als auch der ehemalige, Flensburg, symbolisiert.

Das Verbandsabzeichen der Instandsetzungskompanie 160 zeigt auf rot-blauem Grund, weiß eingerahmt, in der linken Hälfte ein Nesselblatt mit dem Lauenburger Wappen ohne Krone, in der rechten Hälfte im oberen Teil einen Eisbären, darunter einen Zahnkranz mit gekreuztem Schraubenschlüssel und Kanonenrohr. Die Farben Blau, Weiß und Rot symbolisieren die Farben von Schleswig-Holstein. Das Nesselplatt weist auf den Standort im Süden des Landes hin, das Lauenburger Wappen auf den Kreis, in dem die Einheit stationiert ist. Der Eisbär gibt Aufschluss über den ehemaligen Standort im Norden Schleswig-Holsteins. der Zahnkranz mit gekreuztem Schraubenschlüssel und Kanonenrohr symbolisiert die Instandsetzungstruppe. Im Juni 1973 übernahm Hauptfeldwebel Wäsche den Posten des Kompaniefeldwebels. An-fang September des Jahres nahm die Kompanie wieder an der Divisionsübung KÜHLE BRISE teil. In ihrem Verlauf sorgte Hauptmann Bernd für Verwirrung. weil er eines Morgens seiner Gewohnheit, die Zugführer auf einer Runde mit dem Krad zu wecken, nicht nachkam. Die Zugführer vermuteten eine Krisensituation und fanden sich allesamt vor dem Kompaniegefechtsstand ein, wo sie zu hören bekamen, dass der Chef bei der Dienstbesprechung sei. Am 1.10. wurde Hauptmann Dipl.-Ing. Andresen Chef der Instandsetzungskompanie 160. Ein Höhepunkt in der Geschichte der Instandsetzungskompanie 160 war der 25.5.1974. An diesem Tag ging die Kompanie eine Patenschaft mit der Gemeinde Breitenfelde ein.

Gemeinde Breitenfelde

Wappen Gemeinde Breitenfelde
Wappen Gemeinde Breitenfelde

Die Gemeinde Breitenfelde liegt im Naturraum »Östliches Hügelland«, ist 1 194 das erste Mal urkundlich erwähnt und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 1.254 ha. Von ca. 1.640 Einwohnern sind noch 13 Vollerwerbslandwirte. Spielkreis, Kindergarten, Dörfergemeinschaftsschule und Ärzte sorgen für die nötige Infrastruktur. Auch weiterhin wächst der Gewerbe- und Wohnbereich der Gemeinde. Ein wichtiger Bestandteil im Dorf ist das Vereins-leben. Schützen- und Sportverein sorgen genauso wie Volkshochschule und Kirchenchor für das kulturelle Leben im Dorf. Ebenso ist Freiwillige Feuerwehr mit Musikzug ein aktiver Bestandteil der Dorfgemeinschaft. Neben den insgesamt 18 Vereinen in der Gemeinde gibt es auch andere Angebote für Jugendliche wie Bolzplatz, Kinderspielplatz und Jugendraum. Seit der Verlegung in die Sachsenwald-Kaserne steht die Instandsetzungskompanie 160 in engem Kontakt zur Gemeinde Breitenfelde. Diese Verbindung half bei der guten Eingewöhnung in die neue Umgebung. Schon 1973 kam auf beiden Seiten der Wunsch auf die Kontakte durch eine Patenschaft zu festigen. Auf Einladung von Hauptmann Bernd traf sich am 20.6.1973 eine Delegation der Instandsetzungskompanie 160 und der Gemeinde Breitenfelde, unter der Führung von Bürgermeister Pechel, in der Sachsenwald-Kaserne. Als Krönung der intensiven Bemühungen um eine Patenschaft fand am 25.5.1974 die feierliche Übergabe der Patenschaftsurkunden durch Bürgermeister Pechel und Hauptmann Andresen in Breitenfelde statt. In ihnen heißt es: »Wir geben hiermit feierlich zu Protokoll, dass wir -die Gemeinde Breitenfelde und die Instandsetzungskompanie 160 - zur Festigung des bestehenden Freundschaftsverhältnisses und zur Pflege gegenseitiger Beziehungen mit allen Bürgern der Gemeinde Breitenfelde in ein Patenschaftsverhältnis eintreten. « Die Patenschaft wurde traditionell mit Buttermilch und Korn begossen. Den Rahmen für die Feierlichkeit stellte ein Volksfest samt Umzug unter Beteiligung der Instandsetzungskompanie 160 in allen Bereichen. Dem in den Urkunden gegebenen Versprechen kam man immer gerne und intensiv nach. Neben einmaligen Unterstützungen wie bei der Einweihung des Kindergartens durch die »Gulaschkanone«, plus Unteroffizier Brümmer, oder dem freiwilligen Dienst einiger Soldaten als Parcoursposten, die die Ausrichtung des ersten Reitturniers der S-Klasse im Kreis Herzogtum Lauenburg erst möglich machten, waren schnell auch traditionelle Veranstaltungen gefunden, die noch heute gepflegt werden.

Eingang der InstKp (Bernhard Budde)
Eingang der InstKp (Bernhard Budde)

Mit an erster Stelle stehen dort die Schützenfeste in Breitenfelde, die immer unter großer Beteiligung der Soldaten der Instandsetzungskompanie 160 stattfanden. Hier konnten die Soldaten oftmals durch hervorragende Leistungen glänzen. Aber auch Feuerwehr- und Kinderfeste mussten nie zurückstehen. Auch hier konnte immer mit der Unterstützung durch die Patenkompanie gerechnet werden. Die Fußrallye der Instandsetzungskompanie mit Mannschaften aller Breitenfelder Vereine bewies - genau wie der alljährliche Seniorenkaffee zur Weihnachtszeit -, dass diese Patenschaft mit Leben erfüllt ist. Dazu gehörte auch die Haussammlung für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge ebenso wie eine Kranzniederlegung mit Ehrenwache zum Volkstrauertag. Die Patenschaft ist von der Verlegung und Umbenennung der Kompanie am 1.4.1994 unberührt geblieben.

 

Wenn die Entfernung zwischen den Paten auch größer geworden ist, so bleibt doch die enge Verbindung. Viele Soldaten, Reservisten und Ehemalige haben noch immer ihren Wohnsitz in der Gemeinde Breitenfelde und ihrer Umgebung. Im Rahmen der NATO-Übung BOLD GUARD konnte der II. leichte Zug durch unkonventionelles Verhalten von sich reden machen. Der Zug hatte im Schutze eines Dorfes einen Feldinstandsetzungspunkt eingerichtet. Während der Instandsetzungsarbeiten an einen Kampfpanzer M 48 meldete der Alarmposten einen feindlichen Trupp, in diesem Fall Engländer, in das Dorf einrückend. Den Soldaten kam die Idee, die noch im Panzer befindliche Darstellungsmunition zu nutzen. So hieß also der Befehl des Zugführers: »Zwei Schuss auf erkanntes Ziel Feuer frei! « Das Ergebnis dieser unüblichen Verteidigung war, dass die Schiedsrichter melden konnten, der II. leichte InstZug habe einen gesamten feindlichen Trupp vernichtet. Ungewollte Begleiterscheinung war, dass ein durch den Geschützlärm verängstigter Pudel ausgerissen war. Somit kam zum Instandsetzen ein weiterer Auftrag für den Zug: »Pudel suchen und seinem aufgelösten Frauchen übergeben«. Zu beiderseitiger Erleichterung war der Ausreißer aber schnell gefunden. Am 16.2.1976 wurde Hauptfeldwebel Reddöhl neuer Kompaniefeldwebel der Instandsetzungskompanie 160. Zum 1.4. wechselte dann auch der Chef. Das Kommando führte jetzt Hauptmann Dipl.-Ing. Janßen. Am 7.7.1978 errang die Instandsetzungskompanie 160 ihren ersten großen sportlichen Er-folg. Sie belegte den 1. Platz in der Gesamtwertung beim Sportfest der Brigadeeinheiten. Durch die ausgezeichneten Leistungen der einzelnen Soldaten standen bei insgesamt 11 Wettbewerben sechsmal Soldaten der Instandsetzungskompanie 160 ganz oben auf dem Siegertreppchen. Diverse 2. und 3. Plätze rundeten das Bild ab. Ernst wurde es für die Kompanie dann zum Jahreswechsel 1978/79.


Wie jeder Truppenteil im Norden des Landes kam auch die Instandsetzungskompanie 160 im Verlauf der Schneekatastrophe zum Einsatz. Aufgrund der technischen Möglichkeiten waren die Aufgaben sehr unterschiedlich. Während mit den Bergepanzern und dem Radlader dem Schnee auf den Straßen der Umgebung zu Leibe gegangen wurde, transportierten die Soldaten Stromaggregate der Bundeswehr und des Energieversorgers Schleswag in den Norden Schleswig-Holsteins, der noch härter als der Kreis Herzogtum Lauenburg von der Katastrophe betroffen war. Zudem wurden Techniker der Schleswag mit Bergepanzern durch die Schneemassen querfeldein, völlig umgebunden an Straßen, zu geborstenen Oberlandleitungen gefahren.

InstFue Kompanie (Thomas Tessarzyk)
InstFue Kompanie (Thomas Tessarzyk)

Als bei einen der Panzer der Treibstoff zur Neige ging und der Fahrer kurzerhand eine Tankstelle anfuhr, zeigte sich der Techniker der Schleswag über das enorme Fassungsvermögen von 800 Litern Diesel sehr erstaunt. Hauptmann Dipl.-Ing. Fichtner übernahm am 1.4.1979 die Kompanie für das folgende Jahr von Hauptmann Janßen. Am 20.5.1980 übergab er die Instandsetzungskompanie 160 dann an den neuen Chef, Major Dr. Ing. Neumann. Am 12.10.1981 wechselte der Kompaniechef zum dritten Mal in kurzer Zeit. Von nun an gab Major Dipl.-Ing. Knuth die Befehle. In den nächsten Jahren nahm die Kompanie an mehreren Übungen auf Brigade- und Divisionsebene teil. Auch eine Heeresübung wurde in dieser Zeit gefahren. Am 11.4.1986 übergab Major Knuth die Kompanie an Major Dipl.-Ing. Seemann. Mit dem 12.11.1987 hatte die Instandsetzungskompanie einen weiteren Paten. An diesem Tag wurde im Rathaus zu Schleswig feierlich die Patenschaft zwischen der Instandsetzungskompanie 160 und der Versorgungskompanie 710 aus Heide, Kaserne auf der Freiheit, geschlossen. Anfang Februar 1990 stand die Instandsetzungskompanie im Rahmen einer Mobilmachungsübung der Patenkompanie mit den Aktiven Hauptfeldwebel Schütz, Unteroffizier Arning und denn Hauptgefreiten Bekaan beim Aufbau einer Prüfgruppe hilfreich zur Seite. Die Patenschaft endete am 27.3.1992 mit der Auflösung der Versorgungskompanie 710.


Das Jahr 1989 war für die Instandsetzungskompanie 160 ein ereignisreiches Jahr. Am 1.5.1989 übernahm der stellvertretende Kompaniefeldwebel, Hauptfeldwebel Budde, die Dienstgeschäfte endgültig. Bis zum heutigen Tag bekleidet er diesen Posten. In der Zeit vom 18. bis 21.5. fand das bisher größte Ereignis in der Geschichte der Patenschaft mit der Gemeinde Breitenfelde statt. Im Rahmen der »Breitenfelder Woche« feierte man ein Doppeljubiläum: 30jähriges Bestehen der Instandsetzungskompanie 160 und 15 Jahre Patenschaft. Gleichzeitig beging die Gemeinde das 100jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Breitenfelde. Am Samstag des langen Wochenendes hatte die Instandsetzungskompanie die Gelegenheit, sich ihren Gästen an einem »Tag der offenen Tür« zu präsentieren. Nicht nur die Paten hatten die Möglichkeit, einen Blick in die Unterkünfte der Soldaten zu werfen. Neben Vorführungen war mit Erbsensuppe und Kuchen auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. An drei der zehn Stationen konnten die Breitenfelder Bürger die Instandsetzungskompanie 160 »live« erleben. Auf dem Standortübungsplatz konnte man mit einem Kampfpanzer oder Lkw durchs Gelände fahren. An der Panzerwaschanlage führten die Kfz-/Panzerschlosser vor, wie in Rekordzeit ein Leo-Motor gewechselt wird. Besonderen Eindruck machte die Vorführung unter dem Motto: »Panzer und Pkw, ungleiche Verkehrsteilnehmer«, bei der unter anderem der extrem kurze Bremsweg der Panzer demonstriert wurde. Zum Abschluss »überfuhr« ein Leopard einen Pkw, und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Breitenfelde schnitten den »angenommen« eingeklemmten Fahrer aus dem Wrack.

InstKp 160 angetreten (1991 - Thomas Tessarzyk)
InstKp 160 angetreten (1991 - Thomas Tessarzyk)

Zu den Aufgaben der Instandsetzungskompanie ist in Kürze folgendes zu sagen: Die Instandsetzungskompanie ist die Reparaturwerkstatt der Panzergrenadierbrigade 16 und hat mit ihren ca. 100 Mechanikern die Aufgabe, allgemeines Wehrmaterial des Heeres instandzusetzen. Repariert wird fast alles, von Geräten allgemeiner Art über leichte Waffen, Kräder, Lkw, Pkw, bis hin zu den kleinen und großen Panzern. Die vielen Instandsetzungsarbeiten reichen von leichten und einfachen Inspektionen bis zu dem teilweise aufwendigen Austausch von Großbaugruppen (Motor, Getriebe, Achse). Die Kompanie ist sogar in der Lage, Sattler-, Tischler- und Schmiedearbeiten durchzuführen. Das letzte Pferd wurde durch unseren Schmied im Jahre 1970 beschlagen. Jährlich werden ca. 2.500 Instandsetzungsaufträge mit einem Auftragsvolumen von annähernd 5 Millionen DM bearbeitet. Bei den zivilen Firmen in der Umgebung kauft die Kompanie für etwa 120.000,- DM Ersatzteile und vergibt für ca. 20.000,- DM Instandsetzungsaufträge. Im Juni 1989 konnte sich die Instandsetzungskompanie erneut beweisen. Diesmal vor internationalem Publikum. Die Kompanie erhielt den Auftrag, das Programm für den Besuch der deutsch-französischen logistischen Generalstabsbesprechung bei der Panzergrenadierbrigade 16 zu erarbeiten und für die Durchführung zu sorgen. Eingebunden waren die 2. Kompanie des Panzerbataillons 164 und die Panzerpionierkompanie 160, die ein Schießen mit dem Kampfpanzer Leopard 1 bzw. Minenwerfer Skorpion durchführten. Die Instandsetzungskompanie 160 betrieb einen vorgeschobenen Feldinstandsetzungspunkt auf dem Gut Lanken. Die Mechaniker wechselten ein Leo-Triebwerk und ein Rohr sowie die Achse eines Transportpanzers Fuchs. Abschließende Station war dann ein Biwak.


Einige Tage später ließ Brigadegeneral Timm der Instandsetzungskompanie 160 durch Brigadekommandeur Oberst Ocken seinen Dank und seine Anerkennung für den Tag, speziell für das perfekte Biwak, übermitteln. Beim Brigadesportfest am 28.6.1989 brachte sich die Kompanie wieder ins Gespräch. Über die Distanz von 400 m stellte der Gefreite Vollhers mit 52,62 Sekunden einen neuen Brigaderekord auf. Seine Leistung fand auch in den Sportteilen der lokalen Presse große Anerkennung. Vom 22. bis 29.9.1989 fuhr die Kompanie zur Feldeinsatzübung BECKLINGEN nach BERGEN-HORNE. Gleichzeitig fand eine Mobilmachungsübung statt. Der 21.9. wird für die Instandsetzungskompanie unvergessen bleiben. Bundesverteidigungsminister Dr. Gerhard Stoltenberg und sein britischer Amtskollege King besuchten britische und deutsche Einheiten auf dem Übungsplatz BERGEN. Im Rahmen der Truppenbesichtigung führten der Gefreite Beins und Stabsunteroffizier Reumann einen Rohrwechsel an einem Leopard 1 der 3./164 durch. Die beiden Minister zeigten sich sichtlich beeindruckt über den geschickten Umgang mit dem tonnenschweren Rohr. In der Zeit vom 19. bis 24.3.1990 besuchte Hauptfeldwebel Schildt im Rahmen des deutsch-dänischen Soldatenaustausches die Instandsetzungskompanie des Versorgungsbataillons in Aalborg. Aus diesem Austausch ist eine feste Patenschaft entstanden. Vertretet der Kompanien sind hei allen Veranstaltungen immer gerngesehene Gäste. Auch die Teilnahme an Übungen ist nicht selten. Am 28.5. übergab Major Seemann die Instandsetzungskompanie 160 an seinen Nachfolger, Hauptmann Dipl.-Ing. Deppe. Major Seemann ging als stellvertretender Kommandeur zu einem Instandsetzungsbataillon nach Koblenz.


Motortausch Leopard 1 (1989 - Brigadearchiv)
Motortausch Leopard 1 (1989 - Brigadearchiv)

Anfang Februar 1991 leistete die Kompanie ihren Beitrag zur Beseitigung der Grenzanlagen der ehemaligen Innerdeutschen Grenze. Am 5.2. wurde ein Bergepanzer am Grenzstreifen bei Zweedorf eingesetzt. Sein Auftrag war es, einen Beobachtungsturm umzuziehen. Soldaten der Instandsetzungskompanie 160 packten auch weiterhin beim Abbau der Grenzbefestigungsanlagen mit an. Mit einem Kran zogen sie die Betonpfähle der Zäune aus dem Erdreich und demontierten alte Bunker. Einer der schwarz-rot-gold-gestreiften Grenzpfähle wurde am 9.1 1.1991 als Mahnmal auf denn Kirchplatz der Gemeinde Breitenfelde aufgestellt und erinnert dort jetzt an die ehemalige Teilung Deutschlands. Beim Vergleichsschießen Unteroffiziere/Offiziere der Brigadeeinheiten am 18.9. belegte die Instandsetzungskompanie mit einem Durchschnitt von 107,25 Ringen den 1. Platz. Zum Jahreswechsel 1991/92 nahm die Kompanie als Instandsetzungsleitverband an zwei Divisionsübungen auf dem Truppenübungsplatz BERGEN teil. Bei den Brigadewaldlaufmeisterschaften am 24.9.1992 belegte die Instandsetzungskompanie 160 den 1. Platz. Das kontinuierliche gemeinsame Ausdauertraining machte sich bezahlt. Doch nicht nur der Sport nach Dienstplan und die daraus resultierenden Erfolge fanden Beachtung in der Kompanieführung. Der wehrdienstleistende Soldat Kai von Warburg konnte sich der Unterstützung bei seinem Hochleistungstraining durch angepasste Dienstgestaltung sicher sein; der Erfolg ließ auch nicht lange auf sich warten. Bald konnte die Instandsetzungskompanie 160 melden, einen Ruder-Vizeweltmeister aus dem Leichtgewichts-Senior-B-Vierer unter sich zu haben.

Am 2.1 1.1992 übernahm Hauptmann Dipl.-Ing. Mörs die Instandsetzungskompanie 160. Der ehemalige Chef, Major Deppe, wechselte als stellvertretender Bataillonskommandeur zum Instandsetzungsbataillon 120 in Rheine. Zusammen mit dem Heeresfliegerregiment 6 aus Hohenlockstedt führte die Instandsetzungskompanie 160 am 22.4.1993 eine Weiterbildung durch. Bei dieser Weiterbildungsmaßnahme waren alle Teilnehmer gefordert. Den Soldaten wurde in der Praxis die Luftverladung von Material und Personal gezeigt. Dabei musste jeder von ihnen selbst Hand anlegen. Das Spektakulärste für alle war die Verladung einer Außenlast von der Ladefläche eines Lkw 5 t. Schmückendes Beiwerk war natürlich der Flug in einem Transporthubschrauber Typ Bell UH 1D vom Standortübungsplatz nach HÖLTIGBAUM und später wieder zurück. Vom 7. bis 9.9.1993 führte die Kompanie eine Durchschlageübung im Kreis Herzogtum Lauenburg und auf dem Standortübungsplatz durch. Geplant war ein Nachtmarsch, zum Teil unter ABC-Schutz, anschließendes Schießen auf der Standortschießanlage mit späterem Rückmarsch zu den Ausgangspunkten der Gruppen. Als besondere Einlage sollte das Überqueren von Flüssen und Schluchten an und auf dem Seil geprobt werden. Doch dazu kam es nicht, weil die Übung noch während des Schießens abgebrochen werden musste. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Soldaten durch und durch nass. Auch die zum Wechseln in den Rucksäcken mitgeführten Kampfanzüge waren vom Dauerregen der letzten Stunden durchgeweicht. Mit dem 29.9.1993 endete die Geschichte der Instandsetzungskompanie 160. Im Rahmen des Übergabeappells in der Sachsenwald-Kaserne, bei dem das Panzerbataillon 164 von Oberstleutnant Nachtsheim an Oberstleutnant Saame übergeben wurde, schied die Kompanie aus der Panzergrenadierbrigade 16 aus. Zwei Tage später wurde sie mit dem Umgliederungsappell in der Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg-Jenfeld ins Instandsetzungsbataillon 6 aufgenommen. Bis zum 31.3.1994 blieb der Standort noch Elmenhorst Lanken.

Seit 1.4.1994 heißt die Kompanie 3./Instandsetzungsbataillon 6 und bezieht die Räume der ehemaligen 2./Instandsetzungsbataillon 6 in der Lettow-Vorbeck-Kaserne. Im Bataillon erfüllt die 3./Instandsetzungsbataillon 6 die Aufgaben der Krisen-Reaktions-Kräfte. Mit der Möglichkeit von Auslandsaufenthalten im UN-Einsatz ändert sich auch die Struktur des Personals. Neben Wehrpflichtigen, die einem Auslandseinsatz ausdrücklich zugestimmt haben, stellen zu einem großen Teil Soldaten auf Zeit das Personal.

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Weitere Bilder der Instandsetzungskompanie 160 finden sich im Fotoalbum unter:

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