Chronik der Panzerjägerkompanie 160

Wappen PzJgKp 160
Wappen PzJgKp 160

"Niemals kann ein Mensch auf Erden mehr als Panzerjäger werden."

Dieser Satz, auf einer großen Holztafel im Traditionsraum der Panzerjägerkompanien 160 und 170 geschnitzt, sagt viel über den Waffenstolz, den diese kleine Truppengattung hat. In der Form von selbstständigen Einheiten zur Bildung von Panzerabwehrschwerpunkten in der Brigade haben alle Panzerjägerkompanien, auch die der Panzergrenadierbrigade 16, eine wechselvolle Geschichte hinter sich, die sich wie folgt kurz darstellen lässt:

  • Wechsel der Waffenfarbe von Grün (Infanterie) auf Rosa (Panzertruppe)
  • Wechsel der Waffensysteme
  • Wechsel der Kompaniestrukturen
  • Häufige Wechsel in der Kompanieführung

 

Der Vorsitzende des Sing- und Spielkreises der Patengemeinde Gülzow drückte dies beim letzten Patenschaftsball in einer vortrefflichen plattdeutschen Rede so aus: "Und dann kam Hauptmann Weggel und dann Wechsel, Wechsel, Wechsel . . . " Trotzdem ist der Waffenstolz der Panzerjäger ungebrochen. Sie tragen das schwarze Barett der Panzertruppe mit neuerdings eigenem Panzerjägeremblem und rufen als Schlachtruf stolz als einzige Kompanie der Brigade noch den alten Jägerruf "Horrido-Joho!“.

Seit Bestehen der Panzerjägerkompanie ist die Kompanie im Besitz eines Kompaniewappens. Es entstand nach eigenem Entwurf. Die grüne Grundfarbe drückt die ehemalige Zugehörigkeit zur Infanterie aus. In das weiße Holsteiner Nesselblatt ist in der Farbe Schwarz ein stilisierter Jagdpanzer mit gekreuzten Pfeilen eingelegt, die Feuerkraft und Mündungsblitz symbolisieren.


PzJgKp 160 aufgefahren in der SWK (Siegfried Kroneberg)
PzJgKp 160 aufgefahren in der SWK (Siegfried Kroneberg)

Am 1. 10. 1956 wurde in Neumünster das Panzerjägerbataillon 3 aufgestellt. Damals war die Ausrüstung noch nicht vorhanden, so begann der Kader mit der Ausbildung der Rekruten. Aus der 2. Kompanie des Bataillons mit ihrem Chef, Hauptmann Friedrich, wurde nach der Umgliederung des Heeres im Jahre 1959 die selbstständige Panzerjägerkompanie 170. Damit gehörte die Kompanie zur Panzergrenadierbrigade 17 und wurde nach Rahlstedt in die Graf-Goltz-Kaserne verlegt. Hier wurde Hauptmann Lucanus Kompaniechef. Die Kompanie gliederte sich zu dieser Zeit in zwei Panzerjägerzüge mit dem amerikanischen Kampfpanzer M 47 und einen Zug mit dem leichten Jagdpanzer M 41. Dieser Zug wurde 1961 abgegeben und stattdessen ein zusätzlicher Zug mit dem Schützenpanzer HS 30 und der Panzerabwehrlenkrakete SS 11 ausgestattet.


1962 stellte die Kompanie den besten Lenkraketenschützen des 1. Korps mit dem Stabsunteroffizier Schall. Im Oktober 1963 übernahm Hauptmann Bergelt die Kompanie. Als Fünfkämpfer konnte er auch den Stabsunteroffizier Reeder für diese Sportart begeistern, der daraufhin jahrelang zum Kader der Nationalmannschaft im modernen Fünfkampf gehörte und so die Panzerjägerkompanie erfolgreich vertrat. Im Rahmen der neuen Panzerabwehrkonzeption wurde die Kompanie im Jahr 1966 wieder umgegliedert. Jetzt erhielt sie auch neue Gefechtsfahrzeuge. Es handelte sich um den Kanonenjagdpanzer mit 90 mm Kanone. Er wird bis in die heutigen Tage als Beobachtungsfahrzeug des Kompaniechefs eingesetzt.


Nach der Umgliederung bestand die Kompanie aus nunmehr drei Zügen mit je vier Panzern sowie einem Zug mit dem Lenkraketenträger HS 30. Im Oktober 1967 ereilte die Kompanie eine erneute Umstellung. Aufgrund der nur bedingt zu nutzenden Reichweite der Raketen von 3500 m wurde der Lenkraketenzug abgegeben. Dafür erhielt die Kompanie einen weiteren Kanonenjägerzug. Ein Jahr später kam sogar noch ein fünfter Zug dazu, sodass die Panzerjägerkompanie mit zweiundzwanzig Jagdpanzern das Gefechtsfeld beherrschte. Dazu kamen noch die Führungs- und Versorgungsteile mit nochmals ca. sechzig Rad- und Kettenfahrzeugen aller Art. In diesem Jahr zog die Kompanie in die von-Estorff-Kaserne in Hamburg-Wandsbek um, damit sie ein Jahr später, im November 1969, in die neu errichtete Sachsenwald-Kaserne in Elmenhorst bei Schwarzenbek verlegen konnte.


Den Höhepunkt 1969 bildete der berühmte PUTLOS-Marsch, bei dem die Kompanie unter Führung des Hauptmann Burmester die 140 km Wegstecke von Hamburg nach PUTLOS in vier Tagen Fußmarsch zurücklegte. Für das leibliche Wohl sorgte zu dieser Zeit der Kompaniefeldwebel, Hauptfeldwebel Krummacker. Am 1. April 1970 übernahm Hauptmann Gartzke die Kompanie. Kurz danach wurde die Kompanie um zwei Züge auf nunmehr drei Züge und insgesamt ca. sechzig Fahrzeuge reduziert. Der 1. April 1971 ist für die Kompanie ein geschichtsträchtiges Datum, denn an diesem Tag wurde sie in Panzerjägerkompanie 160 umbenannt und der Panzergrenadierbrigade 16 unterstellt. Seitdem dient sie als selbstständige Einheit dem Brigadekommandeur zur schnellen Schwerpunktbildung und der Unterstützung für die Panzer- und Panzergrenadierverbände in der Panzerabwehr. Major Gartzke führte die Kompanie im September 1971 frisch umbenannt in die Großübung BRISK STONE. Hier machte sie in der "Panzerschlacht von Looft" fast Kriegsgeschichte. Am 1. April 1972 übernahm Hauptmann Schulke die Kompanie. Zu dieser Zeit verfügte die Kompanie über drei Panzerzüge mit jeweils fünf Kanonenjagdpanzern, die mit einer 90-mm-Kanone sowie zwei Maschinengewehren ausgerüstet waren. Dem Kompaniechef stand als Befehlsfahrzeug ein zusätzlicher Kanonenjagdpanzer zur Verfügung. So konnte er ständig seine Kompanie von vorne führen. Zur Unterstützung seiner Züge standen dem Kompaniechef noch ein Kompanietrupp, Versorgungsteile mit Materialnachweistrupp, ein Munitions- und Betriebsstofftrupp und ein Instandsetzungstrupp zur Verfügung. Aufgrund dieser Ausstattung war es der Kompanie möglich, selbstständig und unabhängig ihren Auftrag durchzuführen.


In dieser Zeit nahm die Kompanie an zahlreichen Großübungen teil. Dieses waren unter anderem die Übungen BOLD GUARD, BRISK FRAY. KÜHLE BRISE sowie GROSSER und KLEINER RÖSSELSPRUNG. Dazu kamen noch zahlreiche Truppenübungsplatzaufenthalte in BERGEN, PUTLOS und SENNE. Während eines Übungsvorhabens in PUTLOS im Jahre 1973 wollte der Kompaniechef, Hauptmann Schulke, der Kompanie die Schwimmfähigkeit eines MTW M 113 zeigen. Dieses gelang nur zum Teil. Da er nicht mit der empfindsamen Reaktion des Panzers auf die Ostseewellen gerechnet hatte. Es hatte zur Folge, dass der MTW vollschlug und bis zur Oberkante in den Fluten versank. Mit dem Truppenübungsplatz PUTLOS verbindet die Kompanie ein weiteres Ereignis im Jahr 1975. Die Kompanie verlegte unter Führung von Hauptmann Mösche ein weiteres Mal auf die Schießbahnen an der Ostsee. Hier führte der Oberfeldwebel Dracke seinen Zug beim scharfen Schuss, als seinem Panzer durch einen Rohrkrepierer das Kanonenrohr abriss. Aber er hatte einen Schutzengel, sodass es keine Verletzten gab. Seitdem zierte das zerfetzte Rohr, gemauert auf einem Sockel, den Kompanieeingang. Während der Schneekatastrophen in den Jahren 1978/79 und 1979/80 wurden Teile der Kompanie im Raum Flensburg eingesetzt. Diese hatten den Auftrag, die Autobahn bei Schuby freizuräumen und freizuhalten.

Patenschaftsübernahme mit Gülzow (Archiv Gülzow)
Patenschaftsübernahme mit Gülzow (Archiv Gülzow)

Als die Kompanie ab 5. Januar 1980 wieder in PUTLOS übte, mussten sogar die Schießbahnen freigeräumt werden, um das Schulschießen zu ermöglichen. Trotz der eisigen Kälte und des schlechten Wetters waren die Soldaten der Kompanie hoch motiviert und erbrachten gute Schießleistungen. Das Jahr 1980 brachte für die Bundeswehr die Umgliederung in die Heeresstruktur 4. Die Kompanie verfügte von nun an über vier Züge mit jeweils drei Kanonenjagdpanzern. Nachdem Hauptmann Möller im April 1982 die Kompanie übernommen hatte, führte sie zahlreiche Durchschlageübungen zu Fuß im gesamten südlichen Schleswig-Holstein durch.


Ganz besonders gerne erinnern sich ältere Kameraden an die Zusammenarbeit mit der Panzerpionierkompanie 160. Diese setzte die Gruppen während der Nacht mit Schlauchbooten über die Elbe hei Artlenburg über. Hauptmann Möller ließ es sich nicht nehmen, jede Gruppe persönlich bei der Überfahrt zu begleiten. Einige Dienstgrade vermuteten, dass ihr Kompaniechef eigentlich lieber zur Marine gegangen wäre. Die Truppe war auf jeden Fall begeistert. Von Januar bis April 1985 nahm man dann schweren Herzens Abschied von den "geliebten" Kanonenjagdpanzern. Nun war auch die Zeit vorbei, in der unser Instandsetzungstrupp die Waffenanlage noch mit Hammer und Schraubenzieher instandsetzen konnte.


Im April 1985 wurde die Kompanie mit dem Panzerabwehrraketensystem TOW ausgestattet und auf Jagdpanzer Jaguar 2 umgerüstet. Sie war damit seit September 1986 mit Wärmebildgeräten voll nachtkampffähig. Die Kompanie war ab jetzt bei Instandsetzungsarbeiten auf fremde Hilfe angewiesen. Da nur die Panzerjägerkompanie zu dieser Zeit zur Panzerabwehr mit rein passiven Nachtsichtgeräten fähig war, war sie in der Sicherungslinie bei Nacht sehr gefragt, was nicht selten an die Belastungsgrenze der Soldaten ging. Aber Hauptfeldwebel Szczygiel, der auch Hauptfeldwebel SZCZ genannt wurde, schaffte es immer wieder, die Soldaten durch gute Versorgung mit Verpflegung und Marketenderware auch während der Übungen aufzumuntern. Das Waffensystem konnte äußerst flexibel eingesetzt werden, da es bei Ausfall des Waffenträgers möglich war, die Waffenanlage auszubauen und mit ihr abgesessen in Stellung zu gehen.

JAGUAR in Bergen (Siegfried Kroneberg)
JAGUAR in Bergen (Siegfried Kroneberg)

Hauptmann Nordhorn, der in den Jahren 1985 bis 1987 Kompaniechef der Panzerjägerkompanie 160 war, hatte die Eigenschaft, gute und weniger gute Leistungen regelmäßig vor der angetretenen Kompanie zu honorieren. Dieses geschah, indem er Bonbons oder Bananen an die jeweiligen Personen verteilte. Davon wurde keiner verschont, vom Panzerjäger bis zum Teileinheitsführer. Diese Geste wurde von jedem verstanden. Mit Hauptmann Nordhorn nahm die Kompanie zu dieser Zeit an zahlreichen Großübungen teil wie BOLD GUARD oder BRISK FRAY. Die Länge der Truppenübungsplatzaufenthalte verkürzte sich auf ungefähr eine Woche. Dadurch und durch die Beschränkung der Ausbildungsmunition von mehreren hundert Schuss Kanonenmunition auf nur 36 Raketen für die gesamte Ausbildungszeit der Besatzungen wurde eine komplette Umplanung der Ausbildung notwendig. Im Einsatz war die TOW, mit einer Reichweite bis zu 3750 m eine überlegene Waffe zur Panzerabwehr. Voraussetzung war jedoch ein freies Schussfeld zur Nutzung dieser Reich-weite, auch im "Knickgelände". Hier mussten die Führer oft mit unkonventionellen Lösungen arbeiten. Eines Tages aber kamen die alten Kanonenjägerzeiten noch einmal zurück, als nämlich der Kompaniechef, Hauptmann Roth, mit seinem Beobachtungspanzer, an dem eine Kanonenattrappe angebaut worden war, eine Ehrenrunde in der Sachsenwald-Kaserne drehte.


Die Kampfwertsteigerung des Beobachtungspanzers wurde in bewährter Zuverlässigkeit vom Instandsetzungstrupp durchgeführt. Dieser Panzer versetzte einige Herren des Batallionsstabes in der Sachsenwald-Kaserne in ungläubiges Staunen. Im Tagesdienst stand die Ausbildung der Richt- und Ladeschützen und der taktisch richtige Einsatz der Jagdpanzer im Vordergrund. Nach der dreimonatigen Grundausbildung, die damals in der Panzerjägerausbildungskompanie 90 in Munster durchgeführt wurde, wurden die Kenntnisse und Fertigkeiten in der Spezialgrundausbildung in der Panzerjägerkompanie 160 vertieft und gefestigt. Hierzu gehörte auch die Ausbildung im abgesessenen Einsatz. Höhepunkt der Richtschützenausbildung war der scharfe Schuss mit der Lenkrakete bei Tag und Nacht. Bei nur maximal drei Raketen pro Schütze war jeder Schuss ein spannendes Ereignis, vom Panzerjäger bis zum Brigadekommandeur.


Ein Erlebnis ganz besonderer Art hatten die Soldaten der Kompanie, als am Ende der Kompanieübung an der Schlei, die vom 4. 12. bis 6. 12. 1989 ging, der Stabsunteroffizier Windscheid der aufgefahrenen Kompanie als Nikolaus verkleidet kleine Geschenke überreichte. Hauptmann Roth war sehr experimentierfreudig und hatte ständig neue Ideen, wie man die Ausbildung anders und anschaulicher gestalten kann. Dazu gehörte unter anderem auch die Anschaffung eines Lasers aus privatem Bestand des Feldwebels Olma. Hierzu wurde der Laser auf die Waffenanlage aufgebaut, und somit war es möglich, den scharfen Schuss mit einfachen Mitteln zu simulieren. Dieser Versuch war so erfolgreich, dass der Hauptmann Roth die Anlage als Verbesserungsvorschlag beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung einreichte. Der Vorschlag wurde angenommen, aber aus Kostengründen damals nicht verwirklicht.

Gruppenbild PzJgKp 160 in der SWK (Siegfried Kroneberg)
Gruppenbild PzJgKp 160 in der SWK (Siegfried Kroneberg)

Der nächste Kompaniechef, Hauptmann Beck, führte die Sitte ein, Dienstbesprechungen grundsätzlich an das Ende des Tages zu legen, wobei nur der Beginn der Besprechung zeitlich feststand. Bis heute hat sich eine Redensart des darauffolgenden Kompaniechefs, Hauptmann Matthias, gehalten, der des Öfteren "ein Exemplar stationieren" wollte. Jeder wusste, was gemeint war. 


Im Frühjahr 1992 begann die Kompanie mit der Umgliederung in die Heeresstruktur 5. Der Umzug von Elmenhorst nach Wentorf und die Umrüstung auf Jagdpanzer Jaguar 1 gehörten zu den dringlichsten Aufgaben. Dazu übernahm die Kompanie die Jagdpanzer und das zugehörige Ausbildungsgerät der Panzerjägerkompanie 170. Wieder wurde vom alten bekannten System Abschied genommen. Das neue Waffensystem ist mit dem Panzerabwehrraketensystem HOT ausgerüstet. Für alle Zugführer und Kommandanten galt es, wieder Lehrgange zu besuchen und umgeschult zu werden. Eine Liste war die Übernahme von Unteroffizieren aus der Panzerjägerkompanie 170, die im Rahmen der Auflösung der Panzerjägerkompanie 170 in Lübeck zur Panzerjägerkompanie 160 versetzt wurden. So war die Ausbildung der Wehrpflichtigen übergangslos möglich. Die Kompanie verlor jedoch mit diesem Waffensystem wieder ihre volle Nachtkampftähigkeit.


In dieser Zeit wurden die Kenntnisse der Ausbilder auch für den Aufbau der Panzerjägerkompanien in den neuen Bundesländern genutzt. Die Umstellung der Ausbildung auf das neue Waffensystem war so erfolgreich, dass der erste Übungsplatzaufenthalt im ,Juni 1992 bei den Schießleistungen hervorragende Ergebnisse brachte. Mit dem Richt- und Ausbildungsgerät der Kompanie konnte das Schießen erstmals auch für die Ausbildung und die Auswertung auf Video dokumentiert werden. Oberleutnant Wolf, damals Kompanieführer, leitete das Schießen so straff, dass der Brigadekommandeur erst nach dem Verschuss der letzten Rakete auf der Schießbahn eintraf. Dies machte jedoch nichts, man führte ihm einfach den Videofilm vor. Zufrieden mit den Ergebnissen konnte er beruhigt nach Hause fahren.


Die neue Heeresstruktur wurde jedoch nicht vollständig eingenommen, da kurz vor Abschluss der Maßnahmen am 15. 12. 1992 der Befehl zur Auflösung der Kompanie erteilt wurde. Trotzdem wurde noch im Jahr 1993 ein kompletter Jahrgang von der Grundausbildung bis zur Kompaniebesichtigung im September 1993 ausgebildet. Teile der wehrpflichtigen Richt- und Ladeschützen konnten bereits nach 6 Wochen Panzerausbildung an der Lehrvorführung FEUERVOGEL erfolgreich im scharfen Schuss teilnehmen. Zwei von ihnen gaben ihren ersten scharfen Schuss vor hochrangigen Gästen ab. In Verbindung mit der Besichtigung rührte die Kompanie auch im September den letzten Übungsplatzaufenthalt durch, der mit dem Gefechtsschießen des Panzerjägerzuges und dem letzten Schuss mit einer Panzerabwehrlenkrakete HOT durch den Kompaniechef, Major Hellmich, endete. Der letzte Ausbildungsauftrag bestand in der Vorbereitung und Durchführung der Standardübung "Der Panzerjägerzug in der Verteidigung" vor dem Führerkorps der gesamten Brigade. Hier wurde gezeigt, welche Möglichkeiten der Zug im Gefecht hat und wie er eingesetzt wird. Damit meldete sich die Panzerjägerkompanie 160 vom "Gefechtsfeld" mit Großgerät ab. Die Kompanie stürzte sich daraufhin auf die Vorbereitung der Abgabe von Personal und Material an andere Einheiten und Depots. Erfreulich war, dass viele Angehörige der Kompanie ihre neue Heimat in der nicht allzu fernen Panzerjägerkompanie 400 in Sternbuchholz fanden.


Die Patengemeinde Gülzow

Wappen Gülzow
Wappen Gülzow

Im Februar 1972 ging die Panzerjägerkompanie 160 eine Patenschaft mit der Gemeinde Gülzow im Kreis Herzogtum Lauenburg ein. Damaliger Kompaniechef war Major Gartzke. Die Patenschaftsurkunden wurden am 22. 5. 1972 durch seinen Nachfolger Hauptmann Schulke und dem damaligen Bürgermeister Reimers ausgetauscht. Kompaniefeldwebel war zu dieser Zeit Hauptfeldwebel Otto. Diese Patenschaft wird im Wesentlichen von den Vereinen der Gemeinde getragen. Diese sind: Schützenverein Gülzow und Umgebung e. V. TSV Gülzow e. V. Sing- und Spielkreis Gülzow, Freiwillige Feuer-wehr Gülzow, Naturfreunde Gülzow e. V. , Familienverband Gülzow e. V. , Deutsches Rotes Kreuz Ortsverband Gülzow e. V. Die Patenschaft soll den längerdienenden Zeitsoldaten und heimatfernen Wehrpflichtigen die Gelegenheit geben, mit der hiesigen Bevölkerung Kontakte zu knüpfen und über den dienstlichen Bereich hinaus zu erhalten. Zu den Höhepunkten dieser Patenschaft gehörten zahlreiche gemeinsame Feste wie Patenschaftsbälle. Kinderfeste, Adventskafteetrinken mit den Senioren der Gemeinde und vieles mehr. Auch Ausbildungs-Biwakwochen wurden geplant und durchgeführt, wie zum Beispiel Unterstützung bei der Flurbereinigung, Aufbau eines neuen Kinderspielplatzes, Anlegen von Waldwegen, Ausbesserung von Friedhofswegen und Gräbern. Weiterhin gehörte dazu die Ausbildung an ortsnahen Gewässern mit anschließendem Biwakabend, bei dem die Kompanie zusammen mit der Bevölkerung bei Lagerfeuer. Bier und Erbsensuppe gemütlich feierte. Hier hatte die Bevölkerung der Gemeinde Gelegenheit, den Alltag und die Ausrüstung der Kompanie kennenzulernen. Die Zusammenarbeit ging soweit, dass die Soldaten kostenlos in Familien der Gemeinde aufgenommen wurden. In dieser Zeit wurden viele persönliche Kontakte geknüpft.


Verabschiedung KpChef auf dem StOÜbPl LANKEN (Siegfried Groneberg)
Verabschiedung KpChef auf dem StOÜbPl LANKEN (Siegfried Groneberg)

Am 30. 10. 1993 wurde ein letztes Mal ein großes Fest in der Schützenhalle der Gemeinde veranstaltet. An diesem Fest mit fast 300 Gästen nahmen auch viele ehemalige Soldaten aus der Gründungszeit der Patenschaft teil, wie zum Beispiel Oberstleutnant Mösche, mittlerweile stellvertretender Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 1 in Hildesheim. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt, neue geschlossen. Die Patenschaft wurde fast bis zur Auflösung der Kompanie beibehalten und in einer Feierstunde im März 1994 aufgelöst.


Am 30. 06. 1994 schlägt auch für den letzten Panzerjäger dieser Kompanie die Stunde. 23 erlebnisreiche Jahre im Leben der Panzerjägerkompanie 160 sind damit Geschichte. Durch die Versetzung von Führern in die Panzerjägerkompanie 400 und anderer Kompanien in den neuen Bundesländern wird dort ein Teil von ihr fortleben.

Links

Weitere Bilder der Panzerjägerkompanie 160 finden sich im Fotoalbum unter:

Fotoalbum