Sachgebiet IV

Die Unterbringung der Bundeswehr, die Bauten, der Betrieb und die Instandhaltung der Liegenschaften sowie sonstige Infrastrukturmaßnahmen einschließlich Grunderwerb erfordern jährlich etwa 10% des Verteidigungshaushaltes, d.h.ca. 5,5 Mrd. DM.

Der Schwerpunkt liegt nach wie vor bei der Verbesserung noch unzulänglicher Unterkünfte und Arbeitsplätze für Soldaten und zivile Mitarbeiter:Daneben ist die erforderliche
Infrastruktur für Waffensysteme bereitzustellen. Gleichzeitig tragen die Baumaßnahmen zur Verbesserung des Umweltschutzes bei. Das Bauprogramm für die Bundeswehr einschließlich der Mittel für Bauunterhaltungsarbeiten und für energiesparende Maßnahmen beläuft sich jährlich auf etwa 2,5 Mrd. DM.

Die Kosten für den Betrieb der Liegenschaften und ihre Instandhaltung, die Mieten und die Bewachung machen jährlich zusammen mit der Kostenerstattung an die Bauverwaltung
der Länder mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben aus. Die Mittel kommen überwiegend der deutschen Wirtschaft zugute. Darüber hinaus gibt die Bundeswehr jährlich mehr als 500 Mio. DM für den Umweltschutz aus. Finanziert werden damit z.B. die Entwicklung raucharmer Flugzeugtriebwerke, der Bau eigener Kläranlagen, die Neugestaltung der Luftraumstruktur zur Verminderung des Fluglärms, Studien über Wasserverschmutzung, die Begrenzung von Schadstoffemissionen von Heizanlagen und Kraftfahrzeugen, die Verlegung eines Teils des Flugbetriebes ins Ausland oder die ökologische Betreuung von Übungsplätzen.

Wesentliches Ziel ist der Abbau der mit dem militärischen Dienstbetrieb verbundenen Umweltbeeinträchtigungen auf das unvermeidliche Maß. Die Förderung von Umweltbewusstsein
bei allen Bundeswehrangehörigen ist dabei Führungsaufgabe aller militärischen und zivilen Vorgesetzten. Die örtliche Liegenschaftsverwaltung obliegt dem Sachgebiet IV der Standortverwaltung. Es nimmt die folgenden Aufgaben für alle Liegenschaften des Standortes wahr:

  • Übernahme von bebauten und unbebauten Grundstücken,
  • Verwaltung und Bewirtschaftung der Liegenschaften soweit nicht die Bundesforstämter zuständig sind,
  • Wahrnehmung der Eigentums- und Besitzrechte an den Liegenschaften als Verwaltungsgrundvermögen des Bundesministers der Verteidigung,
  • Verwaltung und Nachweis des Liegenschaftsgerätes,
  • Verwaltung des Liegenschaftsverbrauchsmaterials,
  • Betrieb (Bedienen und Instandhalten) der betriebstechnischen Anlagen (Heizung und andere technische Betriebssysteme),
  • Durchführung von Bauunterhaltungsarbeiten sowie kleinen Neu-, Um- und Erweiterungsbauten;
  • Instandsetzung von Liegenschaftsgerät,
  • 'Durchführung der gärtnerischen und landwirtschaftlichen Geländebetreuung.

Für diese Aufgaben stehen dem Sachgebiet IV 114 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung.

Der technische Betriebsdienst und der Geländebetreuungsdienst sind Teilgebiete des Sachgebiets IV. .

Technischer Betriebsdienst

Im Sachgebiet IV der StandortverwaItung ist der Technische Betriebsdienst eingerichtet. Der Technische Betriebsdienst (fBD) setzt sich aus einem Leiter Technischer Betriebsdienst (LTBD) - mit einer VerwaItungsfachangestellten für Ifd. Büroarbeiten -, einem Maschinenmeister und einem Elektromeister zusammen. Ihnen unterstehen 36 Fachhandwerker aus 7 Gewerken, die die lfd.Reparatur-, Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten an den zahlreichen Maschinen, Gebäuden, sanitären und elektrischen Anlagen durchführen.

Die Wärmeversorgung wird durch 7 zentrale Wärmeversorgungsanlagen, die auch die 4 Wirtschaftsgebäude mit Dampfversorgen, sowie durch 10 Einzelanlagen sichergestellt. Für die Wartung und den Betrieb der Heizungsanlagen sind 10 Kesselwärter eingesetzt, die von moderner Technik (DOC-Anlagen) unterstützt werden. In den zahlreichen Liegenschaften werden diverse umweltrelevante Anlagen betrieben wie z. B. ÖI- und Benzinabscheider, Säure- und Fettabscheider, Altöl- und Kühlwassertanks sowie Kläranlagen, für die der KanaIreinigungstrupp -unterstützt durch den Kanalreinigungszug- zuständig ist. Der Kanalreinigungszug mit dem Schlammabsaugwagen mit Hochdruckspülgerät als Anhänger betreut zusätzlich die Standortverwaltung im Südosten Schleswig-Holsteins; angefangen von Hamburg/Harburg über Lübeck bis nach Putlos.

Den Führungskräften wurden zusätzliche Aufgaben des Beauftragten für Gewässer-, Betriebs-, Strahlen- und Immissionsschutz übertragen.

Geländebetreuungsgruppe
Vom Allmäher "Schefenacker" bis zum modernen Großflächenmäher - Die StandortverwaItung Wentorf verfügt über die sogenannten reichsfiskalischen Flächen, die bereits zu Zeiten des Deutschen Reiches militärisch genutzt wurden und die im Zuge des Aufbaues der Bundeswehr hinzu erworbenen Flächen und Liegenschaften. Dazu gehören die Kasernen in Wentorf, Teile des Standortübungsplatzes Wentorf und das ehemalige Heereszeugamt - jetzt Gerätedepot - in Glinde. Neuerwerbungen sind die Liegenschaften in Hohenhorn, Elmenhorst und Reinbek.

Die ursprüngliche Gesamtfläche von ca. 200 ha ist inzwischen auf 1037 ha angewachsen. Eine Einrichtung wie die Geländebetreuung gab es vor dem Krieg in Wentorf nicht, wohl aber auf Flugplätzen. Die ursprünglichen Liegenschaften der Garnison Wentorf wurden von den Soldaten selbst gepflegt. Dabei wurde, soweit wie möglich, das Praktische mit dem Nützlichen verbunden. Gehölze wurden gleichzeitig für den Ertrag von Obst, Nüssen oder auch als AusgangsmateriaI für die Seidenraupenzucht gepflanzt und das Gras wurde lang
gemäht und als Futter oder Streu für Pferde verwendet. Mit der Einrichtung der Standortverwaltung Wentorf ist Zug um Zug auch die Geländebetreuung aus kleinen Anfängen entstanden. Die wichtigsten Arbeiten bestanden darin, die Grünflächen aufzuräumen und die bis dahin entwickelte wilde Vegetation wieder in einen einigermaßen pflegbaren Zustand zu versetzen. Das am meisten benutzte Gerät in der Aufbauzeit war der Allmäher Schefenacker , 3-rädrig, sehr schwer zu schieben und gleichzeitig der Alptraum aller Mitarbeiter in der Geländebetreuung, weil er häufig stehen blieb.

Das wichtigste Gerät der Gartenpflege heute ist der Großflächenmäher geworden. Auf ihm fährt der Mann und läuft nicht mehr hinterher. Mus er auch, denn die Wochenarbeitszeit hat sich inzwischen von 48 Stunden auf 35 Stunden verringert und die Natur bleibt nicht stehen - will sagen .... sie richtet sich nicht danach, wieviel Zeit der
Mensch auf ihre Pflege verwenden kann.