Wappen der Standortverwaltung Wentorf

Wappen StOV Wentorf
Wappen StOV Wentorf

Einer im Zweiten Weltkrieg aufgekommenen Tradition folgend, begannen bereits mit Aufstellung der Bundeswehr einzelne Verbände und Dienststellen,· Verbandsabzeichcn zu entwerfen und diese sozusagen halboffiziell "im Schildc"zu führen. Diese Zeichen ließen in ihrer Zusammensetzung

zumeist sowohl Rückschlüsse auf den Standort bzw. das Einsatzgebiet, wie auch auf die Waffengattung bzw. Aufgabe der betreffenden "Schildträger" zu. Wahrscheinlich veranlassten diese Einzelaktionen schließlich auch den Bundesminister der Verteidigung Anfang der sechziger Jahre dazu, den Heeresdivisionen, die am linken Oberärmel der Uniform aufgenähten Divisions-Abzeichen zu "verleihen", die Auskunft über die landsmannschaftliehe Zugehörigkeit dieser Großverbände geben, soweit nicht das Emblem in den Bundesfarben zu führen ist.

Nachdem sich sämtliche Verbände der Panzergrenadierbrigade 16 "Herzogtum Lauenburg" interne Veibandsabzeichen zugelegt hatten; ließ der damalige Brigadekommandeur Oberst Klewin mir gegenüber nicht locker, mich zu gleichem aufzufordern. Da auch die Sachgebietsleiter meinten, dass uns solches gut anstehen würde, erteilte ich - wie man dies bei Dienststellen so zu. halten pflegt - einen diesbezüglichen Auftrag. Trotz wiederholter Erinnerungen aber blieb schließlich jede Umsetzung aus. Also "krönte" ich die erste Zeit meines Ruhestandes mit entsprechenden Überlegungen und Vorarbeiten, um schließlich zu dem Emblem in der heutigen Zusammensetzung zu finden.

Die beiden oberen Felder weisen mit den Wappen auf die Kreise hin, in denen- sich das Aufgabengebiet der Standortverwaltung befindet. In der Zeit seiner Zugehörigkeit zum Königreich Hannover (seit 1689) führte das Herzogtum Lauenburg das springende weiße Niedersachsenroß im roten feld im Wappen. Mit der Eingliederung 1815 in den dänischen Staatsverband verbleib hiervon der Pferdekopf (nun in Gold) auf rotem Grund. Nachdem Preußen das Herzogtum am 13.09.1865 in Besitz nahm, entschied König Wilhelm I, dass das bisherige Wappen -nun allerdings mit einem silbernen Pferdekopf- beibehalten, aber mit einer in preußischen Landesfarben gehaltenen schwarz-weißen Umsäumung versehen werden solle. Die heute zu diesem Wappen gehörende preußische Königskrone hat sich. das Herzogtum damals -eigenmächtig zugelegt; genauso "eigenmächtig" habe ich auf diese Krone verzichtet, weil sie über der Drei-Teilung des Abzeichens das Gesamtbild störte.

Der mit einer Halskrone versehene kampfbereite "stürmische" Schwan im roten Feld taucht im Wappenbild und.Siegel der Grafschaft Storman bereits Anfang des 15. Jahrhunderts auf. Es bleibt ungewiss, ob das Schwanenbild aus der mittelalterlichen, germanischen Mythologie (ParzivaI/Lohengrin) herzuleiten ist. Bei der Gründung des preußischen Kreises Stormarn 1867 wurde das Wappen in dieser Form übernommen. In ähnlicher Stellung befindet sich dieser Stormarner Schwan im großen Herzoglich Schleswig-Holsteiner Landeswappen und in weiteren Stadtwappen, z.B. dem der Stadt Neumünster und des früher zum Kreise gehörenden Hamburger Stadtbezirks Wandsbek.

Das untere Feld zeigt den von Schlangen umgebenen Stab des römischen Götterboten Merkur als Symbol der Verwaltung des Handels. Dieses Motiv wurde gewählt, weil es das Tätigkeitsabzeichen des Verwaltungsdienstes der früheren deutschen Wehrmacht war, das auch heute noch von den Verwaltungsbeamten des Bundesgrenzschutzes geführt wird. Der im Kontrast hierzu stehende blaue Hintergrund hat ebenfalls Traditionscharakter, da dies die Waffenfarbe" des Verwaltungsdienstes bei Heer und Luftwaffe war.