Auflösung des Flugabwehrlehrregiments 6

von sku (Kommentare: 0)

Mit der Auflösung des Flugabwehrlehrregiments 6 in Lütjenburg endete, was bereits mit der Auflösung der Heeresflugabwehrtruppe am 12. März 2012 auf dem Truppenübungsplatz TODENDORF begonnen worden war: das Ende einer Truppengattung.
In Anbetracht der nahenden Schließung der Schill-Kaserne zum Ende des Jahres 2012 und der damit einhergehende Auflösung des Verbandes fand am 11. und 12. Mai noch ein letztes Garnisonsbiwak, der Auflösungsappell und ein großer Zapfenstreich statt.

Am Freitag den 11. Mai hatte der Kommandeur des Regiments, Herr Oberstleutnant Collatz-Johannsen, die aktiven und ehemaligen Soldaten des Regiments, Familienangehörige und Freunde eingeladen, um den symbolischen Abschied des Flugabwehrpanzers zu feiern. Dazu wurden den Tag über nicht nur die beiden letzten GEPARD-Panzer ausgestellt, sondern auch die Kameraden des AufklBtl 6 aus EUTIN und die Soldaten der Luftwaffe, die fortan den Auftrag der ehemaligen Heeresflugabwehrtruppe ausführen, ihre Fahrzeuge den Besuchern ausgestellt in einer statischen Waffenschau präsentiert.
Bei einem kleinen Appell wurden mehrere Soldaten für ihren Einsatz innerhalb des Verbandes unter anderem mit der Regimentsehrennadel ausgezeichnet.
Den Abschluss des Tages bildete der Ausmarsch der letzten Geparden. Dazu fuhren diese durch den technischen Bereich der Schill-Kaserne entlang eines Spalieres der Soldaten, um kurz vor dem Kasernentor zu halten. Hier verabschiedete sich der Kommadeur direkt von den Fahrzeugen, bevor diese dann symbolisch durch das Tor der Kaserne gefahren wurden und außerhalb parkten. Besonders war hier, dass auf dem einen Fahrzeug der Kommandeur im Turm Platz genommen hatte, der im Jahre 1977 den ersten Geparden des Regiments in die Kaserne gefahren hatte.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Auflösung des Verbandes. Dieses Zeremoniell fand auf dem Marktplatz der Gemeinde LÜTJENBURG statt. Zahlreiche Bürger der Garnisonsgemeinde verfolgten das Einrollen der Truppenfahne, im Anschluss an die Nationalhymne war noch einmal das Schießen eines Geparden aus der Kaserne als Salut zu vernehmen.

Einige Stunden später bildete ein großer Zapfenstreich auf dem Sportplatz des TSV Lütjenburg aus Anlass der Feierlichkeiten zum 50 jährigen Bestehen und dem gleichzeitigen Abschied des FlaLRgt 6 den Abschluss des Tages. Auch hier zeigte die Lütjenburger Bevölkerung wieder, dass sie hinter ihren Soldaten stand. Der imposante Anblick von 72 Fackelträgern, dem Heeresmusikkorps I auf dem total verdunkelten Sportplatz wird den Bürgern der Gemeinde noch lange die Erinnerung an die Soldaten des Flugabwehrlehrregiments 6 wachhalten. Ein allerletztes Mal schoss ein Gepard 50 Schuss Salut in den nächtlichen Himmel.

Damit endet ein weiteres Kapitel Schleswig-Holsteinischer Nachkriegsgeschichte, denn das Regiments ist der vorletzte Verband der 6. Panzergrenadierdivision, der noch seinen alten Namen trug. Lediglich die Aufklärer auf Eutin lassen noch einen Bezug zur Division über ihren Namen zu. Im Zuge der Bundeswehrreform wird die Schill-Kaserne bis Ende Dezember 2012 durch die Bundeswehr verlassen. Konkrete Ideen für eine Nachnutzung gibt es noch nicht, vielleicht wird ein Gefahrenabwehrzentrum eingerichtet, eventuell eine zweite Hundertschaft der Polizei stationiert oder eben ein Wohn- oder Gewerbegebiet errichtet.

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