Der Kompaniechef Hauptmann Windels 1967-1968

von sku (Kommentare: 0)

Wie schon zuvor erwähnt, sind die Leistungen der 4. Kompanie in dem damaligen Zeitraum auf den Einsatz des Kompaniechefs Herrn Hauptmann Windels zurück zu führen.

So wie wir das als Wehrpflichtige damals beobachtet haben, war Hauptmann Windels bei den anderen Kompaniechefs nicht so beliebt. Dies ist vielleicht nicht der treffende Ausdruck, zutreffender wäre vermutlich, dass er beneidet wurde. Auch das führte wieder zu lustigen Anekdoten und Geschichten zu seiner Person. Die Härte gegenüber Untergebenen, von der überall gemunkelt wurde, war nichts anderes als eine 100%ige Ausbildung. Eines seiner unvergesslichen Zitate gegenüber einem anderen Kompaniechef war sinngemäß wie folgt :
„Wenn der Ernstfall eintritt, werde ich 50% meiner Leute gesund nach Hause bringen.Ich glaube nicht, dass dies’ in ihrer Kompanie möglich sein wird, da gehe ich jede Wette drauf ein.“

Sein etwas sarkastischer Sinn für Humor und seine Art verbal zu kommentieren waren eine Klasse für sich, wir haben oft gewiehert vor Lachen. Außerdem war da eine Vorbildfunktion, die es ihm ermöglichte von uns respektiert zu werden. Zweifelte z.B. ein Grenadier den Zeitfaktor oder die Machbarkeit einer auszuführenden Anweisung an, dann machte der Chef die Nummer vor (z.B. Überquerung eines Baches an einem Seil hängend) Der betreffende Grenadier war dann aber auch automatisch Voluntär für die Feuerwache am Wochenende. Der von Hauptmann Windels hierfür verwendete Code war die (wohl bekannte) Frage : „Sie haben doch nicht etwa irgend etwas vor am Wochenende, Grenadier.....??“

Durch die Häufigkeit und die Qualität der Schießübungen an allen Waffen, war es dann auch nicht verwunderlich, dass die 4. Kompanie damals den internen Wettkampf gewonnen hat. Beim dazugehörigen Bataillons-Appell durfte Hauptmann Windels dann dreimal vortreten, jeweils für G3 und P1 und UZI und er konnte sich ein gewissen Grinsen dabei nicht verkneifen. Das Ding ist auch uns Wehrpflichtigen runtergegangen wie Öl. Es gab bei uns in der Kompanie etliche Grenadiere, die nie Gefreite geworden sind, jedoch hatten annähernd 50% der Mannschaften die goldene Schützenschnur, ansonsten Silber. Mit angetreten zum Appell übrigens auch das Maskottchen des Bataillons : Ein Esel und der hieß Pascha.

Hobby Nr. 2 bei Hauptmann Windels waren Märsche in jeder Form und Farbe und zu jeder Jahreszeit. Auch das wurde von den anderen Kompaniechefs merkwürdig kommentiert, zumal die Fahrer der 4. Kompanie an diesen gesunden Ausflügen teilhaben durften . Fahrer wurden bei Abend- oder Nachtmärschen per Fahrzeug zum Abmarschpunkt befördert. Technischer Dienst an Fahrzeugen war wenig angesagt. Das änderte sich, als bei einer kurzen Alarm-Ausfahrt viele unserer MTWs mit Defekten liegenblieben. Wir als die Fahrer sind aber trotzdem auch weiterhin oft mit den Kameraden zurückmarschiert. Beliebt war der Rückmarsch von der Anlage Höltigbaum zurück nach Wentorf (natürlich mit Besichtigung des wunderschönen Sachsenwaldes) Von daher hatten wir auch keine Probleme mit der Bewältigung des Schleswig-Holstein-Marsches im Jahre 1968, welcher erstens bei strömendem Regen stattfand und zweitens mit lustigen Einlagen gewürzt war. Das dabei auch höhere Dienstgrade der Stabskompanie mitmarschierten, hat der Sache den besonderen Pfiff verliehen. Die Bürohengste hatten echte Fuß-Probleme und fielen reihenweise aus.

Abschließend zu diesem Kapitel möchte ich erwähnen, dass ich persönlich Herrn Hauptmann Windels und die Zeit in der 4. Kompanie immer in guter Erinnerung behalten werde. Der damals so oft zitierte sogenannte Ernstfall ist ja für uns zu unserem Glück nicht eingetreten. Anderenfalls hätte Hauptmann Windels seine Wette sicher gewonnen, darauf setze ich jede Wette.


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