Der letzte Leopard verläßt die Rantzau-Kaserne

von sku (Kommentare: 0)

BOOSTEDT -

Für die Bundeswehr in Schleswig-Holstein geht eine Epoche zuende. Der letzte Kampfpanzer hat das nördlichste Bundesland verlassen. In der Rantzau-Kaserne in Boostedt wurde feierlich ein Leopard 2 A4 verladen. Das "Auto", wie seine Besatzung sagte, wird in einem Depot in Nordrhein-Westfalen eingemottet und vermutlich an eine ausländische Armee verkauft. Damit verfügt das Panzerbataillon 183 über keinen Panzer mehr. Vor einigen Jahren waren die 300 Soldaten noch mit 35 Leos unterwegs. Im September wird das 50 Jahre alte Bataillon aufgelöst.

"Da blutet das Herz", sagte Stabsunteroffizier Nico Schulz (24), als der 55 Tonnen schwere Koloß stinkende Qualmwolken ausstoßend auf einen Tieflader rollte. Der junge Soldat, der künftig bei den Bergungsspezialisten in Bad Segeberg arbeiten wird, hatte die letzte Gelegenheit genutzt, eine Runde mit dem Leo zu drehen.

Ein Fahrzeug mit solcher Leistung werden Schulz und seine Kameraden vermutlich nie wieder fahren: Der Leopard hat 1500 PS, ist bis zu 72 km/h schnell und schluckt zwischen 2,5 und fünf Litern pro Kilometer. Dafür ist es egal, ob Benzin, Diesel, Pflanzenöl oder ein anderer Treibstoff in den Tank gefüllt wird.

Zeitgleich mit dem Verladen des Panzers fand in der Kaserne eine Rückkehrappell für das Bataillon statt, das als schnelle Eingreiftruppe für den Balkan bereitgestanden hatte und acht Wochen im Kosovo im Einsatz war.

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