Ein Stützpunkt wird zur Kraterlandschaft

von sku (Kommentare: 0)

Jaska Harm lächelt häufig in der jüngsten Zeit. Dafür klappt es nicht so mit der Pünktlichkeit. Beides Anzeichen dafür, dass der Mann erstens viel zu tun hat und zweitens dabei recht erfolgreich zu sein scheint. Während also in Olpenitz seit knapp zwei Wochen das große Abrisskomando der Rendsburger Firma Ditting deutliche Spuren hinterlässt, vermeldet Harm, Geschäftsführer der Port Olpenitz GmbH, nach zwei Wochen Bootsmesse in Düsseldorf 32 Reservierungsverträge für Ferienhäuser - auf einem Gelände, das derzeit erheblich mehr nach Arbeit als nach Erholung aussieht. Klaus Offner stapft aus einem riesigen Krater. Dort, wo vor gar nicht langer Zeit noch das imposante Offiziersheim stand, klafft jetzt ein gewaltiges Loch. Die Immobilie war das erste Gebäude, das fiel, das erste auf einer langen Liste. An der südlichen Spitze des Nehrungshakens stehen nur noch die äußeren Hüllen der drei Gebäude. Rund um Feuerleithaus, Umformerhaus, Lagergebäude stapeln sich Bruchstücke aus Beton, Teile von Dachpappe, Reste von Ziegeln. Mülltrennung gilt auch auf der Großbaustelle Port Olpenitz. Und Klaus Offner gibt den Zeitplan vor. ""Bis zum 15. März sind die drei Häuser weg, die Erschließung des südlichen Hakens bis dahin abgeschlossen"", sagt der Projektleiter der Baustelle. Anschließend wird das Badetor, das den Haken vom Rest des Großprojekts trennt, dicht gemacht, danach sollen auf diesem Teil die Bagger still stehen - etwas weiter nördlich beginnt dann nämlich die Brutzeit der ansässigen Vögel. Vom Nehrungshaken einmal quer über den Innenhafen hinweg fällt der Blick auf Haus 74, Marinesignalstelle: ein kleiner Turm aus roten Backsteinen, an der Spitze wehen die deutsche und die US-amerikanische Flagge. Offner streckt den Arm aus, sagt: ""Das ist das einzige Gebäude, das stehen bleibt. Damit wollen wir dem Gelände ein Stück des Charmes der sechziger Jahre bewahren."" Touristisch könnte der Signalturm genutzt werden oder, ganz pragmatisch, zur Hafenüberwachung.
An anderer Stelle, auf dem Weg zur ehemaligen Sporthalle, säumen Unterkunftsgebäude die Straße. Fenster? Fehlanzeige. Nur noch quadratische Löcher in den Hauswänden, keine Spur von Glas. ""Wir verkaufen die Fenster für einen Spottpreis"", sagt Offner. ""Wer welche haben will, kann sie sich abholen."" Nur ausbauen, muss er sie selber. Genauso, wie die Pflastersteine im Fußweg. Den Beton behält die Port Olpenitz GmbH selber, schreddert das Material, um es dann für den Unterbau der neuen Straßen zu verwenden. Straßen, die bereits jetzt nicht mehr ""Norddamm"" oder ""Südring"" heißen. ""Schleibogen"", ""Schleiblick"" und ""Am Albatrosplatz"" sind die neuen, klangvollen Namen. Und am ""Schleibogen"", gleich hinter dem frischen Krater, soll demnächst auch das neue Musterhaus entstehen, nachdem das Gerüst des ersten Feuer fing. Abriss und Aufbau - so sieht sie aus, die Gegenwart auf 175 Hektar Port Olpenitz.

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