Eine Tafel für den Adler

von sku (Kommentare: 0)

Die Beschriftung der neuen Tafel: Der Adler ist seit dem Altertum ein Sinnbild herrschaftlicher Macht. In diesem Sinne diente er auch den Nazionalsozialisten. Nach 1945 wurde das Hakenkreuz entfernt. Die Stele mit dem aufsteigenden Adler stand am Haupttor der 1936/37 in Wentorf errichteten Bismarck-Kaserne. Seit Oktober 1937 diente die Kaserne zunächst Einheiten der Wehrmacht, ab 1960 der Bundeswehr als militärische Unterkunft. 1963 bezog das Panzergrenadierbatallion 162 (das spätere Hausbataillon der Gemeinde Wentorf) die Kaserne. Mit der Auflösung der Panzergrenadierbrigade 16 im Jahr 1994 endete die militärische Nutzung des Areals. Die Adlerstele blieb dennoch an ihrem alten Standort erhalten. Heute erinnert sie an die militärische Nutzung des Geländes südlich der Hamburger Landstraße zwischen Höppner-Allee und Sandweg. Ein Blick in die Geschichte erklärt die über Jahrzehnte dauernde Verknüpfung zwischen der Gemeinde Wentorf und dem Militär. Große Kasernen prägten vor über 60 Jahren das Gemeindebild. Auf einem 100 Hektar großen Areal wurden zwischen 2.500 bis 3.000 Soldaten untergebracht. Zwischen 1945 und 1951 dienten die Gebäude der Unterbringung von ""Displaced-Persons"" (verschleppte Personen). In der Zeit von 1952 bis 1960 entstand in Wentorf das größte europäische Flüchtlingslager. Über 250.000 Personen wurden aufgenommen, versorgt und weitergeleitet. Nachdem die Bundeswehr 1994 ihre letzten Truppen abzog, war die Anlage verwaist. Es folgte in Wentorf eine städtebauliche Überplanung, der Abriss aller ungenutzten Gebäude und die Bebauung des Wohngebiets ""Wentorf-Süd"". Beim Abriss der Kasernenanlage sind einige Elemente erhalten geblieben, die an die damalige Vorgeschichte erinnern. Eines der Elemente ist die jetzt beschriftete Adlerstele.
Zurzeit werden in Wentorf noch zwölf weitere Sponsoren für Hinweistafeln gesucht. Die Kosten pro Tafel, 200 Euro. Nähere Einzelheiten zu Objekten Modalitäten sind im Rathaus bei Martina Meister, Telefon 040- 720 01-231, zu erfahren.

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