1,34 Billionen Dollar für den Krieg

von sku (Kommentare: 0)

Stockholm -

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Gleichzeitig sind aber auch die Hoffnungen auf eine wirksame Rüstungskontrolle gewachsen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Instituts zur internationalen Friedensforschung (SIPRI) hervorgeht. Demnach hängt die weitere Entwicklung maßgeblich von der künftigen Politik der Vereinigten Staaten ab.

Es gebe einen zunehmenden Konsens, dass ernsthafte und wirksame Abrüstungsschritte notwendig seien, erklärte SIPRI-Direktor Bates Gill. Deshalb lägen solche Maßnahmen im Interesse von Regierungen ebenso wie der Öffentlichkeit. Besonders wichtig sei dabei eine weitere Abrüstung auf Seiten der beiden größten Atommächte USA und Russland.

Dem Bericht zufolge stiegen die Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr weltweit um rund sechs Prozent auf 1,34 Billionen Dollar (860 Milliarden Euro). Die USA wendeten demnach 547 Milliarden Dollar (351 Milliarden Euro) für Rüstungsprojekte auf - 3,4 Prozent mehr als 2006 und mehr als in jedem anderen Jahr seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

An zweiter Stelle bei den weltweiten Rüstungsausgaben 2007 steht Großbritannien mit 59,7 Milliarden Dollar (38,28 Milliarden Euro) - dicht gefolgt China, das 58,3 Milliarden Dollar (37,4 Milliarden Euro) aufwendete und damit Frankreich vom bisherigen dritten Platz verdrängte. Regional betrachtet stiegen die Ausgaben am stärksten in Osteuropa. Der Löwenanteil fällt hier auf Russland, das mit insgesamt 35,4 Milliarden Dollar (22,7 Milliarden Euro) aber deutlich hinter den Spitzenplätzen zurückblieb.

Kritisch kommentiert SIPRI den Austritt Moskaus aus dem Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE). Hiervon gehe eine sehr große Gefahr aus, hieß es. Mit Blick auf die Atommächte der Welt berichtet das Institut über ein Gesamtarsenal von gut 25 000 nuklearen Sprengköpfen, von denen mehr als 10 000 sofort auf Raketen oder Flugzeugen eingesetzt werden könnten. Davon entfielen im Januar 2008 insgesamt 5189 auf Russland und 4075 auf die USA. Beide Länder arbeiteten zugleich an einer Modernisierung ihres Rüstungsarsenals.
ap

Aktualisiert am 9. Juni 2008 um 14:03

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