In Lanken entsteht der neue Sitz der Abfallwirtschaftsgesellschaft Südholstein

von sku (Kommentare: 0)

Der Umbau eines alten Kasernengebäudes zum Geschäftssitz der neuen „Abfallwirtschaft Südholstein"" (AWSH), dem Zusammenschluss der Abfallwirtschaftsgesellschaften der Kreise Herzogtum Lauenburg und Storman, läuft auf Hochtouren. Rund 1,6 Millionen Euro wird der Umbau der Kaserne des Panzergrenadier-Bataillons 161 in Lanken zum Bürohaus kosten. Während der Keller mit seinen Wänden aus 60 Zentimeter dickem Stahlbeton, der einst als Luftschutzbunker genutzt wurde, künftig als Lager dient, werden die Stuben am Leineweberring zu Büros für die 47 Mitarbeiter umgebaut. Die Waffenkammer im Erdgeschoss ist leergeräumt und soll künftig als Besprechungs-zimmer dienen. Doch schon vor der ersten Sitzung des Aufsichtsrates in den neuen Räumen wird „scharf"" geschossen: Peter Eichstädt (SPD), Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Hauptausschusses des Kreises, kritisiert die hohen Kosten. „Für uns steht die Frage im Raum, ob der Wechsel der Verwaltung nach Lanken tatsächlich wirtschaftlich ist"", so Eichstädt. Statt vorgesehener Investitionen von einer Million wird der Umbau jetzt 600 000 bis 700 000 Euro teurer. „Abschreibung und Zinsen für diesen Umbau sind immer noch billiger als die Mietkosten für unsere bisherigen Räumlichkeiten"", entgegnet AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel. Die Entscheidung für Lanken war nach einem komplizierten Bewertungsverfahren erfolgt. Hintergrund ist: Die neue Gesellschaft sollte ihren Sitz weder in Ratzeburg noch Bad Oldesloe haben, um Eifersüchteleien zu vermeiden. Auch der Kunstname „Abfallwirtschaft Südholstein"" ist diesem Umstand geschuldet. Die AWSH entsorgt den Müll von 412 000 Einwohnern beider Kreise und ist damit die größte Abfallgesellschaft im Land. Am 1. und 2. Oktober sollen die Mitarbeiter aus beiden Geschäftsstellen in ihr neues Domizil einziehen. „Am darauffolgenden Montag wollen wir einsatzbereit sein"", sagt Kissel, dessen Büro im ehemaligen Zimmer des Spieß gleich neben dem Eingang liegt. Dass der Umbau teurer als geplant wurde, liegt an der Bausubstanz. „Das ist noch Qualität, die kriegen Sie so nie wieder"", schwärmt Kissel über das 1700 Quadratmeter große Gebäude. Allerdings wurde das Kasernengebäude in den 60er-Jahren nicht nur stabiler gebaut, es galten auch andere Bauvorschriften. So waren damals sämtliche Türen nur 1,90 Meter hoch, heute sind aber 1,95 Meter vorgeschrieben. Größter Kostenfaktor ist jedoch das Dach. „Während eines starken Regens lief plötzlich an den Sparren das Wasser entlang"", sagt Bauleiter Peter Schwerdhelm. Schäden waren zwar nicht zu entdecken, dennoch wurde vorsorglich das 42 Meter lange und 15 Meter breite  Gebäude neu eingedeckt. Auch die Fassade wird erneuert: Die alte Klinkerfassade weicht einer Aluminiumfassade mit dahinter liegender Dämmung. Trotz der gestiegenen Baukosten müssen die Bürger keine Erhöhung ihrer Müllgebühren fürchten. Kissel: „Nachdem wir im letzten Jahr die Preise um vier Prozent gesenkt haben, liegen wir jetzt auf einem Preisniveau wie zuletzt 1999. Unser Ziel ist, diese Preise zu halten.""

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