Liliencronkaserne wird Sport- und Freizeitzentrum

von sku (Kommentare: 0)

Schon vor Wochen sollte das Geheimnis um den Investor für die Liliencronkaserne gelüftet werden – doch die Verhandlungen zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Verkäuferin der Kaserne und dem Kaufinteressenten zogen sich in die Länge. Gestern gab es jetzt auf allen Seiten strahlende Gesichter: Bürgermeisterin Helga Nießen hatte alle Beteiligten zur offiziellen Verkaufs-Bekanntgabe und zur Vorstellung des geplanten Projektes in den Ratssaal geladen.

Den Zuschlag nach der europaweiten Ausschreibung der Kaserne erhielt die Gesellschaft Sport- und Touristikentwicklung (STE). Fünf Gesellschafter mit dem Trappenkamper Hotelier Mokhtar Charrad stehen hinter der Gesellschaft, die extra für das Kellinghusener Projekt Anfang 2009 gegründet worden war. Die Zielsetzungen sind ehrgeizig: 1100 Hotelbetten der Kategorien zwei bis fünf, 1000 Seminarplätze, zwölf Fußballplätze, Indoorhalle, Wellness- und Erholungseinrichtungen. Bis 2011 will die Gruppe 45 Millionen Euro investieren, 250 Arbeitsplätze sollen entstehen (siehe auch Bericht Seite 4). Das Angebot richtet sich an Profisportler – vor allem aus dem Fußballbereich – als auch an Kinder und Jugendliche. „Wir wollen den Breiten- und Profisport miteinander verbinden“, sagte Planerin Birgit Möller. Schwerpunkt der Aktivitäten sei Fußball, aber auch andere Sportarten würden angeboten.

Mit den ersten Bautätigkeiten „wollen wir so schnell wie möglich beginnen“, so Möller. Gespräche mit den Baubehörden seien schon geführt worden. Bereits im September sollen 300 Hotelbetten im Zwei-Sterne-Bereich sowie 180 Betten im Drei-Sterne-Bereich bezugsfertig sein. Auch Tagungs- und Seminarräume für 500 Personen sollen laut Plan im September nutzbar sein – ebenso wie 500 Restaurantplätze. Im ersten Schritt sollen dann auch die Fußballplätze gebaut werden. Geplant ist später auch Einzelhandel, aber in Abstimmung mit Kellinghusen, eine Konkurrenzsituation mit Geschäften in der Innenstadt sei nicht gewollt.

Die gesamte Anlage soll innerhalb von drei Jahren stehen. „Wenn alle mithelfen und uns unterstützen, bekommen wir dies auch hin“, betonte die Planerin.

Dass das Projekt auch funktionieren wird und die Besucher nach Kellinghusen kommen, daran ließ Mokhtar Charrad keinen Zweifel. Aufgrund seiner Erfahrungen im Hotelbereich (seit 1968) und seinen weltweiten Kontakten in der Fußballszene sieht er einen Bedarf für sein Projekt.

Bürgermeisterin Helga Nießen nannte Kellinghusen „ein bundesweites Vorzeigemodell bei der erfolgreichen Vermarktung einer Bundeswehrliegenschaft“. Sie dankte dafür allen Beteiligten aus Stadt, Kreis und Land und allen Vertretern der beteiligten Behörden. Hier erwähnte sie besonders Konversionsmanager Hans-Joachim Schmidt und Andreas Faust, der sich im Amt Kellinghusen mit dem Thema befasst hatte. Und noch etwas erwähnte die Bürgermeisterin lobend: die Einmütigkeit der städtischen Politiker. „Wir können ein Ziel erfolgreich erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Profitieren vom Sport- und Freizeitpark könnten auch die Kellinghusener Vereine, so Nießen., hier würden noch Gespräche geführt, kündigte sie an.

Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jörn Biel (CDU) begrüßt in einer Stellungnahme die Investition. Sie sei ein hervorragendes Signal für den vom Bundeswehr-Abzug besonders betroffenen Kreis Steinburg und die Stadt Kellinghusen. „Ich bin zuversichtlich, das der Investor seine Pläne rasch verwirklichen wird. Dies ist gerade in einer konjunkturell schwierigen Zeit wie im Moment eine gute Nachricht für die Region“, so Biel.

Der Investor wurde zwar erst gestern öffentlich präsentiert, doch der Vertrag zwischen Bima und STE wurde bereits am Dienstag, 19. Mai, geschlossen. Über die Kaufsumme hüllen sich beide Seiten in Stillschweigen. Veräußert wurde das gesamte Kasernengelände mit 33 Hektar, hinzu kommen 24 Hektar vom Truppenübungsplatz. Über den restlichen Übungsplatz ist noch nicht entschieden worden, betonte Hermann-Josef Huber (Bima). Es werde unter anderem geprüft, ob das Gebiet als Ausgleichsfläche vorgehalten werde.

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