Reise in die Geschichte der Fliegerei

von sku (Kommentare: 0)

Ein ganzes Stück Luftfahrtgeschichte steht ab sofort zur Schau. Die Historie Schleswig-Jagels und des Aufklärungsgeschwaders 51 "Immelmann" sind in den neuen Traditions-Räumen des Verbandes zu bewundern.

Kropp - 120 Quadratmeter misst das "Reich" von Leutnant Lars Möller. Aufgeteilt auf neun Räume ist es voller Devotionalien aus der Militärfliegerei von 1916 bis heute, genauer gesagt: aus der Vergangenheit des Flugplatzes Schleswig-Jagel, des Aufklärungsgeschwaders 51 (AG 51) und dessen Namensgebers Max Immelmann. Möller ist verantwortlich für die Militärgeschichtliche Sammlung des Geschwaders, die heute in der Kaserne in Kropp mit einem Appell eröffnet wird. Zugegen sein werden auch Monika von Hassel, Witwe des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Kai-Uwe von Hassel, nach dem die Kaserne benannt ist, und Thomas Immelmann, Großneffe des Jagdfliegers aus dem Ersten Weltkrieg, der im Juni 1916 nach 15 Luftsiegen abgeschossen wurde und starb.

"Das ist ein Stück des Holzpropellers von Immelmanns Fokker E.III, das damals am Absturzort geborgen wurde", sagt Möller und deutet auf den Inhalt eines mit blauem Samt ausgeschlagenen Kastens. Eines der wertvollsten Exponate der Ausstellung - und original, während die gerahmten Orden von Immelmann einschließlich des Pour le Mérite - der bedeutendsten militärischen Auszeichnung Preußens - Reproduktionen sind. "Die Originale sind noch im Familienbesitz", erklärt der 34-Jährige.

"Die Traditionsgemeinschaften haben uns Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt"

Vom Ersten Weltkrieg und den Anfängen der Luftbildaufklärung schlägt die Sammlung den Bogen über die Nachtjäger, die während des Zweiten Weltkrieges von Schleswig aus flogen, und die britischen Fliegereinheiten, die nach dem Krieg dort stationiert waren, bis hin zur Bedeutung des Flugplatzes als nördlichem Pfeiler der Berliner Luftbrücke.

1958 belegten mit dem Vorläufer des Marinefliegergeschwaders 1 wieder deutsche Flugzeuge den Platz, der 1992 an die Luftwaffe übergeben wurde und die Heimat des "neuen" AG 51 wurde, das wiederum aus dem "alten" AG 51 in Bremgarten bei Freiburg und dem AG 52 im nordfriesischen Leck gebildet wurde. "Die Traditionsgemeinschaften all dieser aufgelösten Geschwader haben uns Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt, als sie gesehen haben, wie wir das Ganze hier aufziehen." Und manch wertvolles Exponat stand auch mal morgens einfach so vor der Tür des Gebäudes: "Das war dann wohl privat und mit schlechtem Gewissen aus einer Geschwader auflösung gerette worden", sagt Möller lachend.

Das Konzept musste den strengen Vorschriften der Bundeswehr folgen

2006 entstand die Idee zu der Ausstellung in ihrer heutigen Form, als im AG 51 "I" Räumlichkeiten verfügbar wurden; seit Ende 2007 ist Möller mit ihr befasst. "Aber natürlich nicht allein, die Zuarbeit aus dem Verband ist schon enorm", sagt der Leutnant, der für die Sammlung einen großen Teil seiner Freizeit opfert. Den strengen Vorschriften der Bundeswehr für Traditionsräume folgend musste ein Konzept erarbeitet werden, das durch einen promovierten Historiker des Luftwaffenamtes begutachtet wurde.

Im Januar nahm der Experte die Ausstellung ab und strukturierte sie noch etwas um. "Er erteilte uns dann die offizielle Freigabe zum 8. Mai", sagt Möller. Denn obwohl Traditionsräume in erster Linie der Weiterbildung von Soldaten dienen sollen, ist auch die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen: "Wir werden Führungen für interessierte Zivilisten machen - die müssen sich aber unter 04624/30-1031 vorher anmelden." Die Führung ist gratis, aber Spenden werden natürlich gern genommen", so Möller: "Das dienstliche Jahresbudget für die Ausstellung ist mit nur 511 Euro doch arg begrenzt."

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