Rundgang über den ehemaligen Standortübungsplatz LOHE

von sku (Kommentare: 0)

Am 23.August fand mit Herrn Werhahn, einem ehemaligen Förster aus Bergedorf, eine Führung über den ehemaligen Standortübungsplatz WENTORFER LOHE statt. Initiiert wurde diese Veranstaltung durch den Traditionsverband der Panzergrenadierbrigade 16, der in diesem Jahr sein 15 jähriges Bestehen feiert. Knapp 60 Personen wollten mehr über das Gelände zwischen Wentorf, Börnsen, Wohltorf und dem Sachsenwald erfahren.

Entlang seiner Tour hatte Herr Werhahn sich mehrere interessante Punkte herausgesucht, anhand derer er exemplarisch bestimmte Situationen oder Nutzungsarten präsentierte.

Dabei stellte der erste Abschnitt eine Reise zurück in die letzte endende Eiszeit. Das heutige Relief im Süden des Kreises Herzogtum Lauenburg ist durch die großen Endmuränen entstanden. Neben dem Billetal flossen die riesigen Mengen an Schmelzwasser zum Elbeurstromtal, das bis an den Geesthang (gut zu sehen im Bereich Escheburg - Kröppelshagen - Börnsen) verlief.

Nach einem kurzen Fußweg war die Waldnutzung das dominierende Thema. Der Weg, auf dem sich die Gruppe befand, verläuft zwischen einer Fichtenmonokultur auf der einen Seite und einem Mischwald, mit dominierendem Laubanteil. Erläutert wurden hier kurz die Vor- und Nachteile der jeweiligen Struktur. Langfristig kämpfen Bäume einer Monokultur um einen Platz an der Spitze, heißt also, dass jeder Baum versucht, mit seiner Krone am höchsten zu kommen, um mehr Licht aufnehmen zu können.

Das nächste gezeigte Element waren Gräben, die im Falle der Lohe das Oberflächenwasser in Richtung des Ammelungsbaches ableiten. Dass diese Funktion mehr als notwendig ist, können Laien anhand der vielen Binsen auf den Wiesen erkennen, wo besonders viel Staunässe ihr Wachstum fördert.

Der vorletzte Besuchspunkt war ein Apfelgarten, in dem Werhahn die militärische Funktion des Geländes erklärte, wenn auch aus dem Blickfeld eines Zivilisten.

Dass die Straße innerhalb des Geländes funktional für die übende Truppe, hauptsächlich den Soldaten der Panzergrenadierbrigade 16 aus dem Standort Wentorf diente, lässt sich schnell erschließen. Für die Kettenfahrzeuge waren die Wege mehr als notwendig, wie sich beim Umzug der Brigade Anfang der 70er Jahre in den Standort Wentorf zeigte. Aber nicht immer verursachen Panzer Schaden innerhalb der Natur, denn fast alle (ehemaligen) Standort-Übungsplatze der Bundeswehr sind ein Refugium für Pflanzen und Tiere der roten Liste, weil sich eben diese auf den abgeschotteten Geländen ungehindert entwickeln können. Von Panzerketten aufgerissene Wiesen und Flächen bieten viel neuen Lebensraum.

Den Abschluss bildete ein Rückblick und eine persönliche Einschätzung Werhahns in Hinsicht auf die umstrittene Baumfällaktion der Bundesforst zwischen Herbst 2007 und dem Frühjahr 2008, bei dem verstärkt Werthölzer (Eichen etc) entnommen wurden mit dem fadenscheinigen Argument der Verkehrssicherung. Deutlich wurde, dass diese Aktion auch unter Forstkollegen wenig Anerkennung fand.

Im Anschluss an die Veranstaltung folgte in der Alten 16 ein Abschluss bei Gegrilltem und einem erfrischenden Getränk.

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