Traditionsverband und Grüne sorgen für rege Diskussion…

von sku (Kommentare: 0)

Was wäre wenn die Kriege dieser Welt von rein ökonomisch arbeitenden Unternehmen, ohne Kontrolle des Staates oder der Öffentlichkeit geführt würden? Genau zu diesem Thema organisierten der „Traditionsverband Panzergrenadierbrigade 16 – HERZOGTUM LAUENBURG“ und die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Vortrag mit Diskussion mit dem Titel „Privatisierung des Kriegs – Gefährden Militärfirmen die Demokratie?“ in der Aula der Realschule Wentorf. Am Donnerstag, den 02.04. wurde zum Vortrag von Rolf Uesseler, Buchautor und langjähriger Experte, eingeladen. Rolf Uesseler hat sich schon früh nach seinem Ökonomie, Psychologie und Publizistik Studium auf die Schwerpunkte Entdemokratisierung und organisierte Kriminalität spezialisiert. Nachdem er lange Zeit in der Anti-Mafia-Bewegung in Italien engagiert war, arbeitet er nun schon seit vielen Jahren gegen den Einfluss von privaten Militärfirmen. Private Militärfirmen sind Unternehmen, die von Regierungen weltweit für mehr oder weniger offensichtliche Kriegzwecke eingesetzt werden. Dabei stellen diese Firmen nicht nur Material und Soldaten, sondern sind in einigen Fällen sogar in der Ausbildung weiterer Streitkräfte oder für Aufgaben der Geheimdienste des jeweiligen Landes tätig. Die Demokratie wird ausgehebelt, da - wie während der Bush-Administration in den USA - weder das Parlament noch die Öffentlichkeit in diese privatwirtschaftlichen Verträge eingeweiht wird. Abgesehen von der nicht vorhandenen Kontrolle dieser Unternehmen und ihrem Handeln, haben Organisationen, die ihr Geld mit dem bestreiten von Kriegen verdienen, wahrscheinlich ein eher geringes Interesse daran, einen Friedensprozess voran zu treiben.

Und die Wentorfer kamen, wenn auch nicht so zahlreich wie erhofft, was eher dem sonnigen Wetter als dem Thema zuzuschreiben war. Im Laufe der Veranstaltung nahm das Kopfschütteln und die ungläubigen Augen immer mehr zu. Als regelrecht geschockt über die geschilderten Vorgänge können einige Reaktionen beschrieben werden. Viele Fragen kamen in der Zuhörerschaft auf und es wurde hitzig über die Folgen einer „Privatisierung des Krieges“ diskutiert. Ein rundum gelungener Themenabend zu einem noch viel zu vernachlässigten Thema, konnte realisiert werden.

Am Ende der Veranstaltung konnten alle auf einen spannenden Abend zurückblicken und gingen mit ein bisschen mehr Einblick in die Zustände der internationalen Kriegswirtschaft nach Hause.

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