Volkstrauertag - Gedenken an die Opfer der Kriege und Diktaturen

von sku (Kommentare: 0)

Am Sonntag wird in ganz Deutschland der Volkstrauertag begangen. Kranzniederlegungen und Gedenkfeiern für die Opfer von Krieg, Verfolgung und Diktatur finden bundesweit statt. Bei der zentralen Gedenkfeier im Deutschen Bundestag tritt auch Bundespräsident Köhler als Redner auf. 1919 gründete sich der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Dieser regte an, einen Gedenktag für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs (1914 -1918) einzuführen. Nicht befohlene Trauer, sondern vielmehr Solidarität mit den Hinterbliebenen der Gefallenen war das Anliegen des Volksbunds.

Die erste offizielle Feierstunde gab es dann 1922 im Deutschen Reichstag. Der Volkstrauertag fand damals am fünften Sonntag vor Ostern statt, dem Sonntag Reminiscere. 

In der Weimarer Republik war der Volkstrauertag noch kein gesetzlicher Feiertag. Die Nationalsozialisten erklärten 1934 den Volkstrauertag per Gesetz zum Staatsfeiertag und nannten ihn fortan ""Heldengedenktag"". Die Trauer um gefallene Soldaten geriet dabei in den Hintergrund, vielmehr verherrlichten die Nationalsozialisten an diesem Tag den Krieg und feierten die gefallenen Soldaten als ""Helden"".

1948 führten drei westliche Besatzungszonen den Volkstrauertag in seiner alten Form wieder ein.
Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erstmals 1950 mit einer Feierstunde im Deutschen Bundestag begangen. Man gedachte auch der Opfer des Nationalsozialismus.
Um den Volkstrauertag vom ""Heldengedenktag"" deutlich abzugrenzen, wurde er 1952 auf den zweiten Sonntag vor dem ersten Advent verschoben. Der Volkstrauertag ist ein Tag der Stille, der weniger ein Tag der Kriegsopfer als vielmehr ein Tag der Trauer und ein Tag der Mahnung zur Versöhnung, Verständigung und Frieden sein soll.

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